Ratko Mladic bei der Verkündung des Urteils. Foto: AFP/Peter Dejong

Der ehemalige bosnisch-serbische Militärchef Ratko Mladic (78) muss im Gefängnis bleiben. Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag bestätigte die lebenslange Freiheitsstrafe. Mladic war gegen das erste, 2017 gefällte Urteil in Berufung gegangen.

Mladic, der „Schlächter vom Balkan“, war laut Urteil unter anderem für das Massaker an über 8000 muslimischen Jugendlichen und Männern verantwortlich, das seine Truppen im Juli 1995 bei der Ortschaft Srebrenica in Bosnien-Herzegowina angerichtet hatten und das als Völkermord gilt.

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Eine niederländische Blauhelm-Schutztruppe hatte die Bosniaken nicht schützen können, als die bosnisch-serbischen Verbände die UN-Schutzzone überrannten.

Frauen aus Srebrenica, die 1995 Söhne, Ehemänner oder Brüder verloren hatten, verfolgten in einer Gedenkstätte die live übertragene Urteilsverkündung. Foto: AP/Darko Bandic

Auch die jahrelange Belagerung der Hauptstadt Sarajevo während des Bosnien-Kriegs (1992-1995) mit über 10.000 Toten geht auf sein Konto. 

Ermittler des Internationalen Strafgerichtshofs für Kriegsverbrechen arbeiten 1996 in einem Massengrab von Opfern des Massakers von Srebrenica.  Foto: AP/dpa/Staton R. Winter

Mladic war erst vor 16 Jahren in Serbien verhaftet und an das UN-Tribunal ausgeliefert worden, nachdem er, offenbar auch durch serbische Behörden gedeckt, 1996 untergetaucht war. 

Nach dem Ende des Kriegs entstand ein zerbrechlicher Staat, geteilt in zwei Bevölkerungsgebiete: In der Föderation Bosnien und Herzegowina leben mehrheitlich muslimische Bosniaken und katholische Kroaten, in der Republika Srpska orthodoxe Serben.