SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil könnte neuer Parteichef werden. Foto: AFP/Odd Andersen

An der Spitze der SPD deutet sich eine Verjüngung an: Generalsekretär Lars Klingbeil (43) könnte neuer Parteivorsitzender werden. Allerdings ist ungewiss, wer in einer Doppelspitze, wie sie seit Dezember 2019 mit Saskia Esken (60) und Norbert Walter-Borjans (69) existiert, neben ihn tritt. Im Gespräch ist Manuela Schwesig (47), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Es kann noch etwas dauern, bis über Kandidaturen Klarheit herrscht, denn gewählt wird bei einem Parteitag am 11. Dezember. 

Klingbeil hatte sich in einem Interview mit dem RND zwar um eine klare Aussage herumgedrückt, ob er Parteichef werden will: „Der Vorsitz ist ein sehr wichtiges, traditionsträchtiges und reizvolles Amt, in dem man viel bewegen kann.“ Auch  Schwesig, die im September mit der SPD bei der Landtagswahl triumphiert hatte, ließ bisher offen, ob sie Parteichefin neben (möglicherweise) Klingbeil werden will.

 Manuela Schwesig will sich noch nicht festlegen, ob sie für den SPD-Parteivorsitz kandidiert. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Lars Klingbeil, eine echte Größe

Der hatte sich als erfolgreicher Manager des SPD-Bundestagswahlkampfs empfohlen, wurde einem breiteren Publikum bei den Sondierungsverhandlungen mit Grünen und FDP bekannt - und nicht nur, weil er mit 1,96 Metern eine Größe ist.

Die Frage nach dem Vorsitz war aufgekommen, nachdem Walter-Borjans angekündigt hatte, nicht mehr anzutreten. Esken, die wie Klingbeil als mögliche Ministerin in einer Ampel-Regierung mit Grünen und FDP gehandelt wird, hat sich noch nicht geäußert. Sie steht aber unter Druck. Rolf Mützenich, der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, hatte erklärt, sie müsse sich aus der Parteispitze verabschieden, falls sie Ministerin werden sollte. Das könnte entsprechend auch Klingbeil treffen, wenn er ein Ministerium führen sollte. 

Einer ist jedenfalls raus aus dem Rennen: Der potenzielle neue Kanzler Olaf Scholz will nicht kandidieren.