Bars, Restaurant und Kneipen müssen im November vier Wochen lang geschlossen blieben.  Foto: dpa/Christophe Gateau

Wir haben es ja nicht anders gewollt. Trotz der sinkenden Temperaturen haben viele von uns nicht auf die Freiheiten, die wir im Sommer mit Abstand und unter freiem Himmel ausleben konnten verzichten wollen oder können. Wir haben uns von den Erfolgen aus dem Sommer dazu hinreißen lassen, leichtsinnig zu werden und haben mit unseren Aerosolen einen zweiten Lockdown herbeigeatmet. Am Montag ist es so weit.

Während Kitas Schulen im normalen Betrieb weiterfahren, weil in den Ministerien in den vergangenen sechs Monaten keine angemessenen Konzepte ausgearbeitet wurden und nun weder Lehrer noch Schüler mit sinnvollen Maßnahmen vor den Tröpfchen und Aerosolen der anderen geschützt werden, trifft der Lockdown die Event- und Gastronomie-Branche. Und zwar nicht light, sondern mit voller Wucht – und zero Zucker.

Lesen Sie auch: November-Lockdown kommt: Das sind die neuen Knallhart-Regeln ab Montag >>

Theater, Clubs und Kinos, die schon im ersten Lockdown um ihre Existenz bangen mussten, haben im Sommer erfolgreiche Hygienekonzepte ausgearbeitet – und dennoch müssen sie jetzt wieder als erste schließen. Genauso wie die Gastronomie, die im Sommer ihre Außenbereiche aufhübschte, Plexiglasscheiben montierte, nun aber diese nicht mehr nutzen darf. Lediglich der Außerhausverkauf soll ihnen im vier Wochen andauernden Lockdown bleiben.

Dabei hat der Sommer doch gezeigt, dass Treffen unter freiem Himmel eben kein Treiber für die Pandemie sind, sofern Abstände eingehalten werden und die Kontakte nachverfolgt werden können. Wer sich an die Regeln halten will darf nun nicht mehr mit dicker Winterjacke unter der Markise des Lieblingsitalieners Pizza essen – und wem die Regeln egal sind, der trifft sich mit acht Leuten auf eine Tiefkühlpizza in der eigenen Wohnung.