Zum Jahreswechsel soll statt Hartz IV pünktlich das Bürgergeld ausgezahlt werden.
Zum Jahreswechsel soll statt Hartz IV pünktlich das Bürgergeld ausgezahlt werden. dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Nach heftigem Gerangel zwischen Union und Ampel-Regierung wurde das neue Bürgergeld beschlossen, das zum 1. Januar Hartz IV ablöst. Dabei bekommen Empfänger ab Jahresbeginn auch mehr Geld – nämlich 50 Euro!

Welche Regelsätze gibt es beim Bürgergeld?

Für alleinstehende und alleinerziehende Leistungsberechtigte gibt es ab 1. Januar 502 Euro im Monat, für zwei erwachsene Partner einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft jeweils 451 Euro.

Für Jugendliche im 15. Lebensjahr bis unter 18 Jahre fließen 420 Euro. Kinder erhalten von Beginn des siebten bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 348 Euro. Für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres werden 318 Euro gezahlt.

Doch wird es wegen der Umstellung aufs Bürgergeld zu Verzögerungen kommen? Wann landet das Geld tatsächlich auf den Konten? Die Vorstandschefin der Bundesagentur für Arbeit (BA) verspricht, dass das Geld reibungslos überwiesen wird. Dank der politischen Einigung im November werde man in der Lage sein, die erhöhten Regelsätze pünktlich zum 1. Januar auszuzahlen, so Andrea Nahles.

Doch was können Empfänger tun, wenn die Überweisung ausbleibt? Und wann genau wird das Bürgergeld im Jahr 2023 jeden Monat ausgezahlt? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Müssen Empfänger von Hartz IV einen Antrag auf Bürgergeld stellen?

Nein, wer bisher Hartz 4 bezogen hat, erhält das neue Bürgergeld automatisch. Ob das gelingt, können Empfänger mit der in Aussicht gestellten Auszahlung pünktlich zum Jahreswechsel kontrollieren.

Welche Auszahlungstermine gibt es im Jahr 2023?

Das erste Bürgergeld kommt zum 1. Januar 2023. Danach erfolgen die Überweisungen der neuen Regelsätze immer schon im jeweiligen Vormonat. Also ist das Geld für Februar schon am Dienstag, den 31.1.2023 fällig. Die genauen Überweisungstage können sich allerdings von Jobcenter zu Jobcenter plus/minus um ein bis zwei Tage unterscheiden.

Weitere Auszahlungstermine des Jahres:

  • März 2023: Auszahlungstermin ist Dienstag, 28.2.2023
  • April 2023: Überweisung Freitag, 31.3.2023
  • Mai 2023: Überweisung Freitag, 28.4.2023
  • Juni 2023: Überweisung Mittwoch, 31.5.2023
  • Juli 2023: Überweisung Freitag, 30.6.2023
  • August 2023: Überweisung Freitag, 28.7.2023
  • September 2023: Überweisung Donnerstag, 31.8.2023
  • Oktober 2023: Überweisung Freitag, 29.9.2023
  • November 2023: Überweisung Dienstag, 31.10.2023
  • Dezember 2023: Überweisung Donnerstag, 30.11.2023
  • Januar 2024: Überweisung Freitag, 29.12.2023
Schwangere haben Anspruch auf 17 Prozent Zuschlag zum Bürgergeld.
Schwangere haben Anspruch auf 17 Prozent Zuschlag zum Bürgergeld. dpa/Annette Riedl

Was muss ich tun, wenn die Zahlung ausbleibt?

Landet kein Bürgergeld auf dem Konto, dann gibt es keinen pauschalen Grund dafür. Es gibt immer individuelle Gründe, warum Zahlungen des Jobcenters zu spät kommen oder gar nicht überwiesen werden. Oft liegt das an vergessenen Zahlungsanweisungen, noch nicht bearbeiteten Anträgen, Buchungsfehlern, fehlenden Bescheinigungen oder schlicht falschen Bankdaten. Es kann auch vorkommen, dass Zahlungen gestoppt wurden, weil gerade irgendetwas in Klärung ist. Auf jeden Fall sollten sich Betroffene an ihr Jobcenter wenden und nachfragen, woran es hakt.

In welchen besonderen Fällen bekomme ich einen Aufschlag aufs Bürgergeld?

Auch beim Bürgergeld können Empfänger und Empfängerinnen Mehrbedarfe anmelden. Die Höhe richtet sich prozentual nach den Regelleistungen beim Bürgergeld.

Ansprüche haben:

  • Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche, sie erhalten zusätzliche Leistungen in Höhe von 17 Prozent des Regelsatzes.
  • Alleinerziehende
    Variante a) mit einem Kind unter sieben Jahren oder zwei oder drei Kindern unter 16 Jahren bekommen 36 Prozent mehr.
  • Alleinerziehende
    Variante b) mit mehr als drei Kindern oder wenn Variante a) nicht zutrifft, bekommen zwölf Prozent je Kind mehr, höchstens aber 60 Prozent.
  • Behinderte Leistungsberechtigte ab 15 Jahre, die Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX/§ 54 SGB XII  beziehen, erhalten 35 Prozent mehr.
  • Nicht-Erwerbsfähige mit Merkzeichen „G“ im Schwerbehindertenausweis erhalten 17 Prozent mehr.