Ein Soldat blickt im am Montag im Tempelhofer Flughafen-Hangar 4 eröffneten Impfzentrum auf sein Handy. Foto: AFP/Tobias Schwarz

34. So niedrig war die Zahl von binnen eines Tages gemeldeten Covid-19-Toten seit dem 1. November 2020 (da waren es 29) lange nicht mehr. Und es ist gerade einmal zwei Monate her, dass die Schreckenszahl von 1244 Opfern  die Republik erschütterte. Es scheint so, dass die Impfkampagne trotz ihrer Langsamkeit erste Wirkung zeigt. Denn gleichzeitig wird die Menge der Menschen, die mit der Lungenkrankheit auf Intensivstationen liegen, kleiner. Zuletzt waren es 2786 gegenüber 5700 im Januar.

Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, ist jedenfalls von der Impfwirkung überzeugt. Er verweist auf die sinkenden Fallzahlen bei den über 80-Jährigen und die hohen Impfraten in Pflegeheimen. Senioren in Gemeinschaftsunterkünften sind besonders bedroht.

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Uwe Janssens von der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist etwas skeptischer. Zwar glaubt auch er, dass die Impfungen Wirkung zeigen, allerdings nicht so deutlich, wie man anhand der Todeszahlen annehmen könne. Der niedrige Wert ist laut Janssens eher auf den Lockdown und die dadurch über Wochen gesunkenen Infektionszahlen zurückzuführen, und das könne sich ändern, weil die wieder steigen. Die Zahl der Toten hinkt der Entwicklung bei den Fallzahlen um etwa zwei Wochen hinterher.

Da Deutschland erst kurz vor dem Jahreswechsel mit  dem Impfen begonnen habe und die Zahl der gesetzten Spritzen erst jüngst deutlich stieg, könne die Auswirkung auf die Todeszahlen noch nicht so stark sein. Tatsächlich hat nur ein gutes Drittel der über 80-Jährigen Jahren haben erst etwas mehr als ein Drittel eine erste Impfdosis bekommen.

Dagegen haben mit zuletzt 641.000 etwa drei Viertel der Pflegeheimbewohner zwei Spritzen erhalten, praktisch alle die erste. Insgesamt wurden in Deutschland bislang rund 7,76 Millionen Impfungen verabreicht, 2,49 Millionen Menschen haben den vollen Schutz nach zwei Injektionen.