Erst fälschen, dann prügeln. Die Antidemokraten lieben die Gewalt - aus Angst. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Was für eine Überraschung: Die Herren Xi aus China und Putin aus Russland gratulierten schleunigst dem Herrn Präsidenten-Kollegen aus Weißrussland zu seiner triumphalen Wiederwahl. Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Wahl? Fehlanzeige. Man ist sich in der Missachtung der Demokratie einig, das Volk hat zu parieren, und was bei einer Wahl nicht passt, wird passend gemacht. Gern auch mit Gewalt.

Das ist in China mit seiner Totalüberwachung und seinem Straflagersystem nicht überraschend, in Weißrussland schon eher. Vorwiegend allerdings deshalb, weil kaum jemand hierzulande diesen Staat begreift oder sich nur dafür interessiert.

Es ist jedoch gruselig, wie antidemokratische Haltungen in verschiedensten Ausprägungen weltweit um sich greifen, begleitet von nationalistischem Getöse. 

In den USA denkt der größte Donald Trump aller Zeiten (der sich wegen seiner großartigen Präsidentschaft gerne neben Abraham Lincoln am Mount Rushmore in Stein meißeln lassen würde) an eine Verschiebung der Präsidentschaftswahl, was selbst in den größten Krisen der Vereinigten Staaten nie geschah. 

In Ungarn macht sich ein Herr Orban mit seinen Satrapen das Land zum Eigentum, in Polen wird die Gewaltenteilung zersetzt, im mehrheitlich hinduistischen Indien der Minderheitenschutz für Muslime immer löchriger. Die Liste ließe sich fortsetzen. 

Über die Motive der Machthaber lässt sich streiten. Es könnte gut sein, dass es eine Mischung aus Gier und Angst ist - dass die Mitglieder des Clans der Unterdrücker nicht von Macht und Geld lassen wollen, gleichzeitig aber genau wissen, dass sie gefährlich leben. 

Und so handeln sie wie Angstbeißer in der Hundewelt.