Das Hochhaus der Hoffnung. Die KfW in Frankfurt / Main reichte schon Milliarden an Corona-Krediten aus. Foto: dpa

Berlin - Die Lücke wird geschlossen – auch der deutsche Mittelstand soll jetzt besser gegen finanzielle Verluste durch die Ausfälle wegen Corona abgesichert werden. Bund und Länder hatten zwar für ganz kleine und große Unternehmen Hilfen beschlossen, aber die dazwischen sahen durch die Finger. Gingen sie pleite, wären Hunderttausende Jobs verloren.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)  sind 99,5 Prozent aller Unternehmen dem Mittelstand zuzurechnen, stellen 60 Prozent aller Arbeitsplätze und erwirtschaften 35 Prozent des Umsatzes aller deutschen Firmen. Der Bund weitet zu ihrem Schutz das Sonderkreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW   nochmals aus. Der Bund haftet künftig komplett für Kredite kleiner und mittlerer Unternehmen.

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Bei Unternehmen mit elf bis 50 Beschäftigten gibt es jetzt vollständige Ausfallgarantien für Kredite bis zu einer Höhe von 500.000 Euro. Für mittelgroße Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten erhöhte sich der Rahmen auf bis zu 800.000 Euro. Die Laufzeit wurde auf zehn Jahre verlängert. Bislang lag die Ausfallgarantie des Staates für kleine und mittlere Unternehmen bei 90 Prozent, für große Unternehmen bei 80 Prozent. Allerdings zögerten viele Hausbanken wegen des Restrisikos mit der Kreditvergabe, was bei vielen mittelständischen Unternehmen für   Kritik   gesorgt hatte.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) radelt  von der Pressekonferenz über die Kabinettsbeschlüsse zurück in sein Ministerium. Foto: AFP

Die KfW hatte das Sonderprogramm, bei dem Firmen über ihre Hausbank einen Antrag auf Kredit stellen können, am Montag vergangener Woche gestartet. Kredite bekommen können Firmen, die bis zum 31. Dezember 2019 keine finanziellen Schwierigkeiten hatten und jetzt wegen Corona ins Straucheln geraten sind. Bis Donnerstag wurden bereits rund 2500 Anträge über insgesamt 10,6 Milliarden Euro gestellt.

Jenseits des Geldes empfiehlt die Bundesregierung den Ländern, dass bis auf Pendler und Lkw-Fahrer jeder, der von Karfreitag an aus dem Ausland nach Deutschland heimkehrt, zwei Wochen in Quarantäne muss. Wer per Flugzeug oder Schiff kommt, muss Reiseroute und Kontaktdaten bekannt geben, das Gesundheitsamt am Wohnort soll die Einhaltung der Quarantäne überwachen.

Einen Termin für eine Lockerung der Kontakteinschränkungen, die bislang bis einschließlich 19. April gelten, gibt es trotz Verlangsamung des Anstiegs von Infektionen nicht.