Corona-Warnschilder in London – die Infektionszahlen steigen in Großbritannien wieder stark an. AFP/Tolga Akmen

In Europa wächst die Angst vor der Delta-Variante des Coronavirus – und Großbritannien droht deshalb sogar auf den lange geplanten „Tag der Freiheit“ am 21. Juni vorerst verzichten zu müssen.

Wie Medien berichten, will Premier Boris Johnson die endgültige Aufhebung aller Corona-Beschränkungen um einen Monat auf den 19. Juli verschieben, weil sich die indische Variante rasend schnell im Land verbreitet. Am Freitag gab es mit 8125 Fällen – fast 1000 mehr als am Vortag – die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Ende Februar.

Enden Beschränkungen erst Mitte Juli?

Wie Quellen dem Sender BBC versicherten, sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Die Ankündigung ist für Montag geplant.

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„Es geht nicht nur um die Anzahl der Krankenhauseinweisungen, sondern auch um das Gesundheitsrisiko vieler jüngerer Menschen, die unter Langzeitsymptomen leiden können“, erklärte Chaand Nagpaul von der British Medical Association den Schritt. 

Nur vollständig Geimpfte wirklich vor Delta geschützt

Das Risiko, Menschen im eigenen Haushalt anzustecken, sei bei Delta schätzungsweise 60 Prozent höher als bei Alpha (britische Variante), warnte die Gesundheitsbehörde Public Health England. Außerdem kann sich Delta nach nur einer Impfdosis stärker als andere Varianten der Schutzwirkung entziehen. Vollständig Geimpfte seien jedoch sehr gut geschützt.

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In Deutschland hält sich der Anteil der Delta-Variante bei Neuinfektionen bisher noch relativ stabil bei 2,5 Prozent.