SPD-Chefin Saskia Esken fordert eine unabhängige Beschwerdestelle, um Fälle von Gewalt bei der deutschen Polizei aufzuarbeiten.
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Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis sorgte für weltweite Proteste gegen Rassismus. In den USA werden Forderungen nach Reformen innerhalb der Polizei lauter. Die Stadt Minneapolis will die örtliche Behörde sogar komplett auflösen und ein "neues Modell der öffentlichen Sicherheit" errichten. "Zigtausende Demonstranten in aller Welt stehen auf, weil der gewaltsame Tod von George Floyd durch einen Polizeieinsatz in den USA kein Einzelfall ist. Deutsche Demonstranten schauen aber auch auf die Verhältnisse vor der eigenen Haustür", rückt SPD-Chefin Saskia Esken in der Debatte die deutsche Polizei in den Fokus. Denn auch dort gebe es latenten Rassismus, der aufgeklärt werden müsse, so Esken zur Funke Mediengruppe. Sie fordert eine unabhängige Beschwerdestelle, um solche Vergehen aufzuarbeiten.

Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff, wies die Vorwürfe umgehend zurück. Wenn Polizisten rassistisch oder mit unverhältnismäßiger Gewalt vorgingen, müsse das Konsequenzen haben. "Der Polizei und ihren Beschäftigten aber eine solche Grundhaltung vorzuhalten, ist abwegig und trägt populistische Züge.» GdP-Chef Rainer Wendt sieht in der Polizei «erheblich weniger» Rassismus als in der Gesamtbevölkerung.  «Die Polizei duldet keine Extremisten in ihren Reihen und das ist auch richtig so."