In der deutschen Industrie kostete eine Arbeitsstunde im vergangenen Jahr im Schnitt 41,60 Euro.
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Wiesbaden - Die Arbeitsstunde in Industrie und wirtschaftlichen Dienstleistungen kostete in Deutschland 2020 durchschnittlich 36,70 Euro. Damit liegt das Land in diesem Wirtschaftsbereich unter den 27 EU-Staaten auf Platz 7, der EU-Durchschnitt beträgt 28 Euro. Das ermittelte das Statistische Bundesamt.  

In Dänemark kostete eine Arbeitsstunde mit 46,90 Euro am meisten, in Bulgarien mit 6,40 Euro am wenigsten. Nur auf die Industrie bezogen, mussten die deutschen Arbeitgeber pro Stunde im Schnitt 41,60 Euro bezahlen, im EU-Vergleich ergibt das Platz 3 hinter Dänemark und Belgien. 

Bei den viel beklagten Lohnnebenkosten, die neben dem Bruttolohn Teil der Gesamtkosten eines Arbeitsplatzes sind, steht Deutschland ebenfalls nicht an der Spitze, sondern auf Platz 12 von 27: Auf 100 Euro Bruttolohn mussten die Arbeitgeber in der Industrie und den wirtschaftlichen Dienstleistungen 2020 für ihren Anteil unter anderem an den Sozialbeiträgen weitere 27 Euro ausgeben. Das waren fünf Euro weniger als im EU-Durchschnitt und 20 Euro weniger als beim Spitzenreiter Schweden. 

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Allerdings sind die Werte für 2020 wegen der verschiedenen Corona-Hilfen in den EU-Staaten mit den Vorjahren kaum vergleichbar: Kurzarbeitergeld, Subventionen und Steuererleichterungen verringerten die Lohnnebenkosten. In Malta führte das sogar dazu, dass die Lohnsubventionen die Sozialbeiträge der Arbeitgeber überstiegen.