Armin Laschet, Norbert Röttgen, Friedrich Merz (v. l.): Nur einer kann CDU-Chef werden. Fotos: Michael Kappeler / various sources / AFP

Friedrich Merz wittert eine Intrige. Die Verschiebung des CDU-Parteitags, auf dem er sich neben Armin Laschet und Norbert Röttgen zur Wahl des Parteichefs stellen will, sei ein Versuch des Partei-„Establishments“, ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen, habe nichts mit Corona zu tun.

Mit dieser Mutmaßung dürfte er recht haben, liegt er doch nach einer Umfrage unter CDU-Mitgliedern vorn, weil er so hübsch konservativ und geradeheraus sei. Allerdings hat er  von Verschwörungstheoretikern gelernt und keine Namen genannt, wer hinter der Intrige stecke.

Das lässt sie als Plan geheimer Strippenzieher um so bedrohlicher erscheinen und stärkt seine Unterstützer an der Basis. Die Parteiführung dagegen denkt einen Schritt weiter. Das Beispiel der SPD vor Augen, mit Basisentscheidungen über ihren Vorsitz wenig erfolgreich, will sie keinen Polarisierer als Anführer, der vielleicht eine Mehrheit in der Partei, aber nicht beim Wahlvolk finden würde. Denn als Parteichef hätte er Chancen, im Herbst 2021 als Kanzlerkandidat der Union antreten zu können.

Merz schleppt Handicaps mit sich herum. Als ein Mann, der sein letztes politisches Amt vor elf Jahren aufgab und als Seiteneinsteiger zurückkehrt - mit der unterstellten Absicht, es Angela Merkel zu zeigen, die ihn einst abserviert hatte. Als ein Mann, der zuletzt mit einer verquasten Äußerung unter Beschuss geriet, weil er Homosexualität und Pädophilie in Bezug setzte. Als ein Mann, der nach vielen hochdotierten Jobs in der Wirtschaft so gar keine soziale Kompetenz ausstrahlt.   

Laschet wird es schwer haben, den Merz-Angriff zu kontern, der ihm galt. Er muss so geschickt gemein werden, dass man es nicht recht merkt, sonst wird er in einem dreckigen internen Wahlkampf untergehen.