„Es sind so viele Menschen. Das macht wirklich Hoffnung.“ So lautete eine Handy-Nachricht, die mich am vergangenen Freitag erreichte. Absender war ein Freund aus Hamburg. Das erste Mal seit Jahrzehnten war er auf eine Demonstration gegangen.
Mit seinen zwei Sätzen machte er deutlich, worum es dabei geht: Rechtsextremisten und Populisten sind laut – aber trotzdem eine Minderheit. Dass die Mehrheit sich jetzt zeigt, macht allen Mut, die in Sorge das gefährliche Geschwätz der Radikalen inklusive ihrer Deportationsfantasien ertragen haben.
Demokratie und Rechtsstaat lassen sich nicht ohne Gegenwehr abschlachten
Die Damen und Herren von Rechtsaußen müssen nun lernen, dass sich Demokratie und Rechtsstaat nicht ohne Gegenwehr abschlachten lassen. Diesmal nicht.
Die Demos in ganz Deutschland werden sicher nicht dazu führen, dass die AfD in den Umfragen kurzfristig absackt. Dafür ist der Solidarisierungseffekt vermutlich zu groß. Aber: Die Wähler der Rechtsradikalen werden endgültig die Ausrede verlieren, dass es ihnen ja nur um den Protest geht – und sie gar nicht wüssten, was sie damit anrichten können. Das bekommen Sie gerade wirklich eindeutig und massenhaft vor Augen geführt. Wer mit seiner Stimme Demokratie, Wirtschaft und Rechtsstaat gefährdet, muss am Ende auch selbst mit den Konsequenzen leben.

