Greta Thunberg imago/ZUMA Press

In der schottischen Stadt beginnt heute die Weltklima-Konferenz COP26. Auf Einladung der Vereinten Nationen diskutieren Vertreter von 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie die Erwärmung der Atmosphäre verlangsamt oder begrenzt werden kann. Der britische Premierminister Boris Johnson hofft, dass die Staats- und Regierungschefs entschiedene Maßnahmen im Gepäck haben, wenn sie zum Klimagipfel reisen.

G20 beschließen keine konkreten Maßnahmen für Klimaschutz

Doch das könnte sich als Trugschluss herausstellen. Denn die großen Wirtschaftsmächte konnten sich zum Abschluss ihres G20-Gipfels in Rom nicht auf eine ehrgeizige Erklärung zum Klimaschutz verständigen. Im ausgehandelten Text für das Kommuniqué gibt es weiter kein klares Zieldatum für die wichtige Kohlendioxidneutralität und den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Das Dokument lag der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vor.

Statt des erhofften „starken Signals“ zum Auftakt der Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow, herrschte bis zuletzt Uneinigkeit. Klimaschützer äußerten sich „enttäuscht“, weil die G20-Gruppe für 80 Prozent der Emissionen verantwortlich ist.

G20-Erklärung enttäuscht auf ganzer Linie

Während anfangs konkret das Jahr 2050 für „Netto-Null-Emissionen von Treibhausgasen oder Kohlendioxidneutralität“ festgeschrieben werden sollte, ist als Ziel nur noch allgemein von „bis oder um die Mitte des Jahrhunderts“ die Rede. Ein Kohleausstieg wurde nicht einmal direkt erwähnt.

Auch gab es keine Einigung mehr auf „sofortiges Handeln“, wie es in einem anfänglichen Entwurf noch geheißen hatte. Jetzt ist weniger dringlich von „bedeutungsvollem und wirksamen Handeln“ die Rede.

Umweltschützer enttäuscht

Aktivisten hatten eigentlich auf ein „starkes Signal“ der G20 für die Weltklimakonferenz gehofft. Klimaexperte Jan Kowalzig von Oxfam zeigte sich von der Erklärung der G20 wenig beeindruckt. Sie sei „kein Fortschritt gegenüber Paris“. Eine Umsetzung des 1,5-Grad-Zieles erfordere auch eine „sofortige Nachbesserung der gerade erst überarbeiteten, aber insgesamt immer noch viel zu schwachen Klimaziele der Länder unter dem Abkommen“.

Klimaaktivistin Greta Thunberg in Glasgow angekommen

Zwar nicht offiziell eingeladen, reiste auch Umweltaktivistin Greta Thunberg (18) nach Glasgow und wurde von zahlreichen Klimaaktivisten, die ebenfalls mit dem Zug in die schottische Großstadt reisten, begeistert empfangen.

In Glasgow will Thunberg einen Klimaprotest anführen und verteidigte in einem ersten Statement auch radikale Protestformen im Kampf für mehr Klimaschutz. Manchmal sei es eben notwendig, einige Menschen zu verärgern, um auf Themen aufmerksam zu machen, sagte die Schwedin am Sonntag der BBC.

„Die Schulstreik-Bewegung wäre nie so bekannt geworden, wenn es keine Reibungen gegeben hätte, wenn einige Leute nicht angepisst gewesen wären“, so Thunberg. Wichtig sei aber natürlich, dass niemand bei den Demonstrationen verletzt werde.