In Europa sind mehrere Länder von mutmaßlichen Cyberangriffen auf Ölfirmen betroffen. Christian Charisius/dpa

In Europa sind mehrere Länder von mutmaßlichen Cyberangriffen auf Ölfirmen betroffen. Die belgische Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag, dass Ermittlungen zu einer Cyberattacke auf Hafenanlagen im Land eingeleitet worden seien. Im niederländischen Rotterdam können einem Ölmakler zufolge einige Lastkähne aufgrund eines Cyberangriffs nicht abgefertigt werden. In Deutschland hatten zwei deutsche Ölversorgungsunternehmen bereits am Montag erklärt, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein.

In Belgien waren die Hafenanlagen in Antwerpen und Gent betroffen, weshalb Ermittlungen eingeleitet worden seien, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Antwerpen der Nachrichtenagentur AFP und betätigte damit entsprechende Medienberichte. Die Ermittlungen seien an eine auf Cyberkriminialität spezialisierte Einheit der Polizei übergeben worden.

Auch zwei deutsche Ölversorgungsunternehmen

In den Niederlanden berichtete der Manager der in Rotterdam ansässigen Ölfirma Riverlake von einem Hackerangriff, der die Entladung von Öltankern verhindere. „Es hat einen Cyberangriff auf mehrere Terminals gegeben, von denen einige gestört wurden. Ihre Software wurde gehackt und sie können keine Lastkähne abfertigen. Im Grunde ist das Betriebssystem ausgefallen.“ Rotterdam hat den größten Hafen Europas, gefolgt von Antwerpen.

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Blick auf Lagerbehälter des Unternehmens Oiltanking auf dem Gelände ihres Tanklagers im Hafen von Hamburg. Christian Charisius/dpa

In Deutschland erklärte die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Erpressung gegen unbekannte Beschuldigte geführt werde. Ausgangspunkt war demnach eine Strafanzeige des geschädigten Unternehmens, das Opfer einer Ransomware-Attacke geworden war. Dabei sperren oder verschlüsseln Kriminelle die Computersysteme von Betroffenen, um Lösegeld (Englisch: Ransom) für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Europäische Polizeibehörde Europol ermittelt

Bei der geschädigten Firma handelt es sich um das Tanklager-Unternehmen Oiltanking. Es bestätigte AFP, „Opfer eines Cybervorfalls“ geworden zu sein, das die Computersysteme betroffen habe.

Oiltanking und ein zweites geschädigte Unternehmen, der Mineralölhändler Mabanaft, sprachen sich in einer gemeinsamen Mitteilung von Betriebseinschränkungen aufgrund von höherer Gewalt. „Wir bemühen uns, das Problem zu lösen und die Auswirkungen so schnell und effektiv wie möglich zu minimieren“, erklärten Oiltanking und Mabanaft.

Auch die europäische Polizeibehörde Europol ist mit der Angelegenheit befasst. „Wir wissen über den Angriff Bescheid und haben den deutschen Behörden unsere Unterstützung angeboten“, sagte eine Sprecherin AFP.