Markus Söder gab in München bekannt: Die CDU soll allein über den Unions-Kanzlerkandidaten entscheiden. Foto: Pool/AFP/Peter Kneffel

Die Festlegung der Grünen auf  Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erhöhte den Druck auf CDU und CSU, endlich eine Entscheidung über ihren Spitzenkandidaten zu finden. Und tatsächlich ging es dann Schlag auf Schlag: Gegen 14 Uhr erklärte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder, er werde die Entscheidung über die Kandidatur allein der CDU überlassen. Söders Kontrahent Armin Laschet, CDU-Vorsitzender und Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, berief für 18 Uhr eine Sitzung des CDU-Bundesvorstands ein.

„Ich werde dem Bundesvorstand einen Vorschlag machen, wie wir jetzt sehr schnell die nicht geklärte Frage zwischen CDU und CSU auflösen“, kündigte Laschet an, und schwor die beiden Parteien auf Einigkeit ein, um die Wahl gewinnen zu können. Laschet hat sich bislang keinen Millimeter von seinem Anspruch wegbewegt, obwohl Umfragen für einen Wahlerfolg mit Söder sprechen.

Söder erklärte nach einer Sitzung seines Parteipräsidiums: „Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung.“ Eine Einladung, an der abendlichen Sitzung der CDU-Spitze teilzunehmen, schlug er aus, machte aber klar, dass er weiter als Kandidat bereitstehe.

In der Nacht zu Montag hatte ein dreieinhalbstündiges Gespräch unter anderem der beiden Kandidatur-Kandidaten  kein Ergebnis gebracht.

Unter Umständen fühlt sich die Unions-Bundestagsfraktion am Dienstag berufen, eine Empfehlung auszusprechen.