Der alte und neue CSU-Chef: Markus Söder. dpa/Daniel Karmann

Wenn es noch eine Chance gibt, den Abwärtstrend für die Union zu brechen, dann an diesem Wochenende, hatte CSU-Chef Markus Söder die Messlatte für die Tage zwischen dem Beginn des CSU-Parteitags am Freitag und dem zweiten TV-Triell am Sonntagabend in luftige Höhen gelegt.

Söder stärkt Laschet den Rücken

Und nach den jüngsten Zweifeln in der CDU über den Rückhalt in der Schwesterpartei CSU für Kanzlerkandidat Armin Laschet sicherte Söder diesem am Freitag in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg gleich mit blumigen Worten die volle Unterstützung zu. „Wir wollen Armin Laschet als Kanzler“, sagte Söder, obwohl es in der Union noch immer gewaltig knirscht.

Er sei überzeugt, dass Laschet bei seinem Besuch am Samstag eine „sehr, sehr starke Rede an die Delegierten“ halten und große Unterstützung bekommen werde, so Söder weiter. Dabei hatte am Vortag CSU-Generalsekretär Markus Blume im Spiegel noch versichert, die Union würde mit Söder „natürlich besser dastehen“.

Rundumschlag gegen links

Um das Ruder für CDU und CSU gute zwei Wochen vor der Wahl noch einmal herumzureißen, holte Söder zum Rundumschlag gegen SPD, Rot-Grün und einem möglichen Linksbündnis mit der Linken aus. Erstmals könne eine rot-rot-grüne Regierung an die Macht kommen, sagte Söder. Es drohe tatsächlich ein politischer Erdrutsch.

Vor Armin Laschet brauchte Söder dann die Unterstützung der 900 Delegierten zunächst einmal selbst bei der Wiederwahl zum Parteivorsitzenden – obwohl die angesichts der tiefen Krise in der Union sowieso eher zur Nebensache geriet. Gerechnet wurde mit einem Ergebnis über 90 Prozent, doch das hat Söder verfehlt. Mit 87,6 Prozent wurde er ins Amt gehievt, im Oktober 2019 hatte er noch 91,3 Prozent eingefahren.