Die Inzidenz sollte auf 35 fallen. Jetzt entwickeln sich die Zahlen ganz anders.  Foto: imago/Christian Ohde

Schlechte Nachrichten am Sonntagmorgen. Die Corona-Zahlen steigen weiter. Lockdown-Lockerungen rücken in immer weitere Ferne.  

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7676 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 145 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb 24 Stunden registriert. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards vom Sonntag um 03.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

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Am Sonntag vor einer Woche hatte das RKI innerhalb eines Tages 6114 Neuinfektionen und 218 neue Todesfälle verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden. Er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 60,2 – und damit höher als am Vortag (57,8). Der bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

R-Wert steigt auf 1,07

Seit Beginn der Pandemie zählte das RKI 2.386.559 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 21.02., 03.10 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67 841.

Das RKI gab den bundesweiten Sieben-Tage-R-Wert am Samstagnachmittag mit 1,07 an (Vortag 1,01) und damit den zweiten Tag in Folge höher als am Vortag. Das ist der höchste Wert seit mehreren Wochen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 107 weitere Menschen anstecken. Es deutet also alles darauf hin, dass sich die ansteckenderen Virusvarianten trotz des Lockdowns rascher ausbreiten.

Verschärfung des Lockdowns droht

Ob diese Entwicklung Konsequenzen für die geplanten Lockerungen des Lockdowns hat, ist noch unklar. Bund und Länder planen bisher, am 3. März zu einer Videokonferenz zusammenzukommen.  Erste Wissenschaftler fordern bereits, die Beratungen vorzuziehen und über Gegenmaßnahmen zu sprechen. Die Mutationen des Coronavirus breiten sich rasend schnell aus. Vermutlich wird es dabei also eher um Verschärfungen der Maßnahmen gehen müssen.