Händeschütteln ist tabu, Reisen werden vermieden – auch vor Parlamenten und Präsidialämtern macht das Coronavirus nicht Halt und lähmt die Politik. In Deutschland traf es Innenminister Horst Seehofer (CSU), der wegen eines Verdachtsfalls vorsorglich zu Hause in Ingolstadt bleiben musste.

Weil bei einem Treffen der EU-Innenminister letzte Woche in Brüssel ein kroatischer Teilnehmer dabei war, der sich möglicherweise mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt hat, blieb Seehofer seit Wochenbeginn vorerst zu Hause in Ingolstadt. Seehofers Test sei negativ, doch wolle er vor einer Rückkehr nach Berlin das Testergebnis der Kontaktperson abwarten, hieß es zunächst. Dienstagabend dann die Nachricht, der Minister kehrt an seinen Arbeitsplatz in Berlin zurück, nachdem der Coronavirus-Verdacht bei dem Teilnehmer des EU-Ministertreffens ausgeräumt wurde.

„Alle Testergebnisse liegen vor“, Seehofer werde daher am Mittwoch wieder in Berlin sein, schrieb sein Sprecher Steve Alter am Abend bei Twitter.  Unterdessen will der Bundestag den Kampf gegen das neuartige Coronavirus stützen. „Wir werden zusätzliche Haushaltsmittel zur Verfügung stellen bis zu einer Milliarde Euro“, so Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Damit solle etwa mehr Forschung gefördert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) plant für Freitag ein Spitzentreffen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern, um über die Auswirkungen des Virus zu beraten. Die Corona-Krise könnte auch dafür sorgen, dass die Suche nach einem neuen CDU-Chef platzt. Denn der Aufruf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, gefährdet auch den Berliner CDU-Parteitag Ende April – auf dem Spahn selbst Parteivize werden will. In der Partei hieß es dazu, man wolle abwarten, wie sich die Gefahrenlage weiter entwickele. Eine andere Form zur Wahl des Parteichefs ist in der Satzung allerdings nicht vorgesehen.