Ein Hinweisschild macht auf das Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt aufmerksam. Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

Corona-Test statt Quarantäne: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen mehr Corona-Tests für Reiserückkehrer anbieten. Reisende etwa aus den europäischen Urlaubszielen, aber auch aus sogenannten Risikogebieten können sich freiwillig testen lassen, wie die Minister in einer Schaltkonferenz beschlossen.

Alle Reisenden sollen sich nach ihrer Rückkehr in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Das soll an Flughäfen und Seehäfen geschehen, aber auch in ihren Heimatorten, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag bei einer Schaltkonferenz.

Für Einreisende aus Risikogebieten sollen die Tests direkt an den Flug- und Seehäfen angeboten werden. Wer keinen negativen Test hat, muss – wie bisher schon – für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, sofern man nicht einen negativen Corona-Test vorweisen kann, der höchstens 48 Stunden alt ist. „Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich innerhalb von 72 Stunden testen lassen“, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Berlins Ressortchefin Dilek Kalayci (SPD). „Allerdings nicht in den Flughäfen.“ Infrage kommen dafür etwa Arztpraxen oder Gesundheitsämter. 

Reisende am Flughafen Tegel: Ab kommende Woche sollen dort Teststellen eingerichtet werden. Foto: Paul Zinken/dpa-zb-zentralbild/dpa

Berlin will ab Beginn kommender Woche an den Flughäfen Tegel und Schönefeld Teststellen einrichten, wo sich Einreisende aus Risikoländern testen lassen und so die gesetzlich vorgeschriebene Quarantäne umgehen können.

Kalayci bezeichnete das Risiko, dass durch Urlaubsreisen Infektionen nach Deutschland eingeschleppt würden, als „sehr hoch“. Einige Bundesländer berichteten bereits von steigenden Fallzahlen durch Reiserückkehrer. Die Laborkosten der Tests sollen die Krankenkassen übernehmen, die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur vor allem an den Flughäfen die Länder.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat derzeit rund 130 Staaten als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das betrifft etwa die Türkei, Israel oder die USA. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz fallen nicht darunter.

Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr soll es zunächst nicht geben. Dafür hatte sich Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) starkgemacht, weil der Schutz der Bevölkerung an oberster Stelle stehen solle. Auch der Virologe Alexander Kekulé hatte sich für Pflicht-Tests für Urlauber aus Risikogebieten ausgesprochen. „Wenn man an einen gefährlichen Ort reist und zurückfährt, dann sollte man sich dringend testen lassen. Da, glaube ich, wäre es sinnvoll, das verpflichtend zu machen.“