Ausgetutet: Im thüringischen Jüchsen veranstalteten Einwohner trotz hoher Ansteckungszahlen einen  Karnevals-Umzug. Foto: Michael Reichel/dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und Covid-19-Todesfälle geht weiter zurück. Für den Sonntag meldete das Robert Koch-Institut am Montag 5608 Ansteckungen, eine Woche vorher waren es 6729.

Allerdings gilt weiter, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten liefern, und Sachsen-Anhalt gar keine. Binnen 24 Stunden gab es 175 Todesfälle, vor einer Woche waren es 217. Am 14. Januar war der bisherige Höchststand von 1244 erreicht worden, insgesamt sind jetzt 57.120 Menschen in Deutschland dem Virus erlegen.

Der sogenannte R-Wert ist auf 0,91 gefallen – dass bedeutet, dass hundert Infizierte binnen einer Woche 91 Menschen anstecken. Der Mitte Dezember verhängte Lockdown scheint die Ansteckungswelle zu bremsen. Am 22. Dezember lag der R-Wert bei 1,98.

Lesen Sie auch: Gipfel auf der Suche nach Impfstoff >>

Wegen der Entwicklung gibt es bereits  Überlegungen, die Einschränkungen zu lockern, die zunächst bis Mitte Februar andauern sollen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) stellte entsprechende Ideen vor. Große Resonanz fand er bislang kaum, weil die Aufhebung vieler Einschränkungen nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und die von etlichen Bundesländern gegen den Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) durchgesetzte zögerliche Reaktion auf die zweite Welle zu einer Flut von Infektionen und Todesfällen führte.

Manche scheint das aber nicht zu kümmern: In Jüchsen im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen, der unter der höchsten Ansteckungszahl Deutschlands leidet, musste die Polizei einen Karnevals-Umzug mit 90 Teilnehmern beenden.