Warnstreik bei BMW in Spandau. Die Mitarbeiter müssen auf einen Tarifabschluss in Berlin noch warten. Foto: dpa/Christophe Gateau

Die IG Metall und die Arbeitgeber der Metall- und  Elektroindustrie (M+E) haben sich in Nordrhein-Westfalen auf einen Tarifvertrag geeinigt. Gemeinhin gilt ein Abschluss in einem so großen Bezirk mit rund 700.000 In M+E-Beschäftigten als „Pilot“, Arbeitgeberverband Gesamtmetall und Gewerkschaftsvorstand empfahlen die Übernahme für alle 3,85 Millionen bundesweit Beschäftigten. Im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen könnte es aber Schwierigkeiten geben, ob der Abschluss übernommen wird.

In NRW wurde vereinbart, dass es bis zum 30. Juni 2021 einmalig 500 Euro „Corona-Prämie“ gibt, für Lehrlinge 300 Euro.

Außerdem wird es im Februar 2022 eine Zahlung von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts geben, ein Jahr später 27,6 Prozent. Das entspricht einer Lohnerhöhung von 2,3 Prozent. Diese Zahlung soll sich dann jährlich wiederholen.

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Sie kann auch teilweise entfallen, wenn die Arbeitszeit verkürzt wird, was Jobs erhalten kann. In den Firmen können sich Chefs und Gewerkschaft darauf verständigen, dass das Unternehmen die Arbeitszeit maximal drei Jahre lang von 35 auf die 4-Tage-Woche mit 32 Stunden senkt, aber 34 Stunden bezahlt. Im Gegenzug dürfen sie eine andere, bereits bestehende Sonderzahlung streichen, wenn ihre Umsatzrendite unter eine bestimmte Marke fällt. 

Drei Stunden mehr Arbeit im Osten

Im Osten Deutschlands sind da noch andere Hürden zu überwinden: Im Osten Berlins, in Brandenburg und Sachsen arbeiten die Metaller noch 38 und nicht 35 Stunden wie im Westen Deutschland und Berlins. Sie stellen den Großteil der 290.000 M+E-Mitarbeiter des Tarifbezirks. 

Deshalb fordert die IG Metall für die Beschäftigten einen zusätzlichen finanziellen Ausgleich für die drei Stunden mehr. IG Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze: „Mit dem ‚Tariflichen Angleichungsgeld‘ fordern wir die schrittweise Angleichung der Arbeitsbedingungen."

Die Gewerkschafterin betonte die Kampfbereitschaft, nachdem in den vergangenen vier Wochen in 140 Betrieben des Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen 33.000 Leute in den Warnstreik gegangen seien: „Für die Arbeitgeber gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder wir verhandeln ab jetzt konstruktiv in allen Fragen oder wir legen nach Ostern nach.“