Kein Personal - dann bleiben die Betten in immer mehr Krankenhäusern leer. Markus Wächter

Die Krankenhäuser in Deutschland haben wegen der Omikron-Welle mit einem deutlichen Personalausfall zu kämpfen, berichten Ärzte- und Krankenhausvertreter in Zeitungsinterviews. Da muss man hoffen, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender, frisch infiziert, nicht eingeliefert werden müssen: Ein Schnelltest und ein PCR-Test seien am Dienstag positiv gewesen, teilte eine Sprecherin mit. „Die Symptome sind mild.“ Steinmeier und seine Frau hätten sich umgehend in häusliche Isolation begeben. Alle engen Kontakte seien informiert worden.

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„Eine hohe Zahl von positiv getestetem Personal ist für viele Krankenhäuser sehr belastend“, sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx. „So geben derzeit auch wieder 518 von 1320 Intensivstationen an, in einem eingeschränkten Betrieb zu arbeiten.“ In Nordrhein-Westfalen habe man „sehr deutlich einen Karnevalseffekt gespürt“.

Die gleichen Sorgen macht sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. „Wir haben flächendeckend ein Problem mit Personalausfällen durch Quarantäne und Isolation. Eine aktuelle Umfrage  zeigt, dass 75 Prozent der Krankenhäuser nicht mehr in der Lage sind, ihr normales Leistungsangebot anzubieten. Und ausschlaggebend dafür sind die Personalausfälle.“

Die hohen Inzidenzen ließen auch in den kommenden Wochen kein Durchatmen erwarten. Einzig positiv sei, dass die Belegung auf den Intensivstationen nicht weiter steigt.

Krankenhausgesellschaft fürchtet um Einnahmen

Gaß warnte vor finanziellen Folgen für die Krankenhäuser durch Einschränkungen bei der Regelversorgung. Der Bund wolle zwar die Unterstützung für die Krankenhäuser aufrechterhalten: Die sogenannte Freihaltepauschale soll bis Mitte April sowie die Versorgungspauschale als Zuschlag für die Behandlung von Covid-Patienten bis Ende Juni weiter gezahlt werden.

Doch das reiche nicht. „Ich kann die Politik und den Bundesgesundheitsminister nur dringend auffordern, auch über den April hinaus Klarheit zu schaffen, und das nicht nur für einen Monat, sondern langfristig“, sagte Gaß. Die Krankenhäuser würden in jedem Monat eine Milliarde Euro durch den Wegfall des bisherigen Rettungsschirms verlieren.

Die Ansteckungswelle rollt weiter

Die Ansteckungswelle mit Omikron rollt weiterhin durch Deutschland: Binnen eines Tages registrierte das Robert Koch-Institut mehr als 222.000 Infektionen und 264 Corona-Tote. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 1733.