Die Mitteilung „Alles wird gut“ des Hotels Fernblick in - ja - St. Corona am Wechsel war eine Fehlprognose. Das Hotel in Österreich musste wegen Corona schließen, wenn auch nicht wegen des Mangels an Geschäftsreisenden, sondern an Touristen.
Foto: imago images/Alex Halada

Frankfurt/M. - Das Corona-Virus schlägt wirtschaftlich um sich - es gibt verschiedentlich Pleiten wegen des Lockdowns, und nicht nur bei kleinen Unternehmen. Jetzt hat es die Bekleidungskette Adler erwischt, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz 171 Filialen und über 3300 Mitarbeiter hat. Die Firma will sich unter Aufsicht eines Generalbevollmächtigten im Insolvenzverfahren selbst retten. Auf der anderen Seite gibt es einige Gewinner der Krise.

 Neben Bekleidungsunternehmen, die schwer ins Minus rutschen, klagt die Hotellerie. Das Grandhotel „Hessischer Hof“ an der Frankfurter Messe hat zum Jahreswechsel dicht gemacht, die Hamburger Hotelkette „Novum Hospitality“ bekommt Millionenhilfen vom Staat: Speziell in den Städten geht es Hotels schlecht, weil gerade ausgabefreudige Geschäftsreisende fehlen. Messen werden reihenweise abgesagt, Veranstaltungen und Konferenzen finden online statt.

 2019 hatten sich deutsche Unternehmen und öffentlichen Institutionen Trips ihrer Mitarbeiter noch so viel kosten lassen wie noch nie. Die Ausgaben stiegen nach Angaben des Verband Deutsches Reisemanagement VDR gegenüber 2018 um 3,5 Prozent auf 55,3 Milliarden Euro. Vorbei. Hotels, die überhaupt noch offen sind, haben eine Auslastung um die zehn Prozent. „ Wir rechnen damit, dass ein Teil der Geschäftsbesprechungen, Tagungen, Kongresse und Messen künftig online oder hybrid stattfinden wird“, sagt Tobias Warnecke vom Hotelverband Deutschland IHA.

 Zufriedenheit breitet sich dagegen bei Unternehmen aus, die neben den Herstellern an der Impfkampagne beteiligt sind. Da sind zuallererst die Logistiker, die Impfstoffe müssen von den Fabriken zu den Impfzentren bringen - und eine Zusatzgeschäft von bisher nicht bekannten Ausmaßen. Deutsche Post DHL und Kühne + Nagel melden erste Erfolge, auch wenn sie über genaue Zahlen schweigen. Das Impfen ist gut für die Kasse.

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 Zufriedenheit breitet sich dagegen bei Unternehmen aus, die neben den Herstellern an der Impfkampagne beteiligt sind. Da sind zuallererst die Logistiker, die Impfstoffe müssen von den Fabriken zu den Impfzentren bringen - und eine Zusatzgeschäft von bisher nicht bekannten Ausmaßen. Deutsche Post DHL und Kühne + Nagel melden erste Erfolge, auch wenn sie über genaue Zahlen schweigen. Das Impfen ist gut für die Kasse.

Volle Auftragsbücher haben Gefrierschrank-Hersteller: Alle Impfstoffe müssen gekühlt werden - der von Biontech/ Pfizer bei minus 70 Grad, der von Moderna bei minus 20 Grad. Bei der Philipp Kirsch GmbH aus dem badischen Willstätt kletterte der Umsatz 2020 um knapp elf Prozent auf gut 16 Millionen Euro. Auch Tritec aus Hannover verzeichnet eine gestiegene Nachfrage und sprach zuletzt von leergefegten Lagern.

Für die Zulieferer Gerresheimer aus Düsseldorf, Schott aus Mainz und Stevanato (Italien) werden die Behälter für den Impfstoff zum Milliardengeschäft - nicht in Euro, sondern in Bezug auf ihre Fläschchen. So rechnet Gerresheimer bis Ende 2022 mit dem Verkauf von bis zu einer Milliarde Fläschchen, in denen bis zu zehn Dosen aufbewahrt werden können. Pro Fläschchen nimmt Gerresheimer knapp fünf Cent - maximal 50 Millionen Euro Umsatz wären also für zwei Jahre möglich. Konkurrent Schott will Fläschchen für rund zwei Milliarden Impfdosen bis Ende 2021 liefern.