Das Logo eines Jobcenters. Foto: Jens Kalaene/ZB/dpa

Das neuartige Coronavirus hat den seit Jahren anhaltenden Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt auch in Berlin und Brandenburg jäh gestoppt: Die Zahl der Arbeitslosen in der Hauptstadt ist im April deutlich auf 182 618 gestiegen. Das waren 18,4 Prozent mehr als im März und sogar 22,7 Prozent mehr als im April des Vorjahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. In Brandenburg waren es zum selben Zeitpunkt 83 140 Arbeitslose. Ihre Zahl stieg etwas weniger stark um 10 Prozent im Vergleich zum März und um 8,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat.

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Die Arbeitslosenquote legte in Berlin damit im Vergleich zum März um 1,4 Punkte auf 9,3 Prozent zu. Nahezu jeder zehnte Berliner war damit arbeitslos gemeldet. In Brandenburg fiel der Anstieg weniger drastisch aus. Hier lag die Quote bei 6,2 Prozent und damit um 0,5 Punkte über dem Vormonat.

«Die Region ist von der Corona-Krise hart getroffen», teilte der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking, mit. «Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit sind stark gestiegen - in Berlin deutlich stärker als in Brandenburg.» Das Instrument der Kurzarbeit, bei dem der Staat einen Großteil der Löhne fortzahlt und die Beschäftigten Stunden reduzieren, habe noch Schlimmeres verhindert.

Insgesamt waren demnach in Berlin Ende April 252 435 Menschen von Kurzarbeit betroffen. Im April des Vorjahres waren es noch 430. In Brandenburg waren 138 799 Menschen in Kurzarbeit und damit deutlich weniger.

Den aktuellen Daten zufolge haben im März und im April bislang 32 201 Berliner Unternehmen Kurzarbeit angemeldet - im Vergleich zu 32 Unternehmen zum selben Zeitraum des Vorjahres. In Brandenburg waren es im März und April 21 584 Unternehmen. Im Vorjahreszeitraum waren es in dem Bundesland 37 Unternehmen mit 755 Personen, wie es hieß.

Damit schlägt sich die Krise erstmals auch in den Daten der Bundesagentur nieder. Die Zahlen des Vormonats hatten noch die zu dieser Jahreszeit übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt gezeigt. Sie waren Mitte März erhoben worden und damit kurz vor Inkrafttreten der zahlreichen Einschränkungen für die Wirtschaft, die daraufhin in großem Umfang einbrach.