Vor den Kliniken stehen Notarztwagen Schlange. Foto: AFP/Patricia De Melo Moreira

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Portugal soll Hilfe durch die Bundeswehr erhalten. „Nach jetzigem Kenntnisstand wird es sich um materielle und personelle Hilfe handeln“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Corona-Variante aus Großbritannien wütet

Zahl der Helfer und Umfang der Hilfsgüter würden zunächst noch geprüft. Die Bundeswehr hatte nach einem Hilfeersuchen aus Portugal ein medizinisches Erkundungsteam in das Nachbarland Spaniens geschickt, dessen Erkenntnisse nun ausgewertet würden.

Portugal selbst hat sich zur Eindämmung der Pandemie mittlerweile abgeriegelt. Seit Sonntag ist in dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. Die Corona-Lage in Portugal ist nach Worten von Ministerpräsident António Costa „sehr schlimm“. Das Land ist besonders stark von der als höher ansteckenden Virusvariante aus Großbritannien betroffen.

70 Prozent des Klinik-Personals infiziert

Das Magazin Spiegel berichtete am Sonntag, dass Anfang der Woche ein Team von 27 Ärzten und Sanitätern der Bundeswehr nach Portugal geschickt werden könnte, um in den überlasteten Krankenhäusern auszuhelfen. Außerdem sei die Lieferung von Feldkrankenbetten und Beatmungsgeräten geplant.

Nach Spiegel-Informationen wurde den Bundeswehrexperten vor Ort ein katastrophales Bild geschildert. Das Gesundheitssystem sei vollkommen überfordert, mit 70 Prozent sei ein Großteil des Pflegepersonals in den Krankenhäusern selbst mit Corona infiziert. Nach Behördenangaben stehen nur noch wenige Intensivbetten zur Verfügung.

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Das Ausfliegen von Patienten sei indes zunächst nicht geplant. Österreich kündigte am Sonntag an, dass schwer kranke Corona-Patienten aus Portugal in das Alpenland ausgeflogen würden.

Portugal war lange glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber immer dramatischer. Gemessen an der Bevölkerungszahl gehören die Ansteckungszahlen nach Berechnungen von internationalen Organisationen derzeit zu den höchsten weltweit.

In Deutschland gilt seit Samstag für das Land am Südwestzipfel Europas und andere Länder mit gefährlichen Coronavirus-Varianten eine Einreisesperre, die zunächst bis zum 17. Februar befristet ist. Ausnahmen gelten aber unter anderem für Menschen mit Aufenthaltsrecht in Deutschland.