Die Polizei soll die neuen, strikten Corona-Regeln streng kontrollieren. dpa/Hans Punz

Österreich greift im Kampf gegen die vierte Corona-Welle zu drastischen Mitteln: Von diesem Montag an gilt dort landesweit ein Lockdown für Ungeimpfte. Das haben Bundeskanzler Alexander Schallenberg und die Regierungschefs der Länder am Sonntag in Wien beschlossen.

Ungeimpfte dürften Haus oder Wohnung dann nur noch aus dringenden Gründen verlassen. Das soll vorerst bis 24. November gelten. Betroffen davon sind rund 2 Millionen Menschen, die nur noch für Einkäufe des täglichen Bedarfs, für den Weg zur Arbeit oder den Besuch beim Arzt rausdürfen.

Die Einhaltung der Vorschrift soll mit Stichproben überprüft werden. Ziel ist, die Impfbereitschaft zu erhöhen und die sozialen Kontakte deutlich zu verringern. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist in Österreich inzwischen auf rund 815 gestiegen.

Lockdown für Ungeimpfte: Neue Regelungen gelten zehn Tage lang

„Wir setzen diesen Schritt nicht leichten Herzens, aber leider ist er notwendig“, sagt Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP). Er verweist dabei einerseits auf die ansteckendere Delta-Variante und andererseits auf die nach seinen Worten „beschämend niedrige Impfquote“ in Österreich.

Schon jetzt sind die Einschränkungen für Ungeimpfte groß – etwa durch die 3G-Regel am Arbeitsplatz und die 2G-Regel im öffentlichen Leben. Der Beschluss soll die Impfbereitschaft erhöhen sowie die sozialen Kontakte verringern und damit die vierte Corona-Welle eindämmen.

Bei den Corona-Neuinfektionen werden in Österreich fast täglich Rekorde verzeichnet. Am Samstag wurden mehr als 13.000 Infektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stieg auf 814,6.