Mit 67 Jahren in Rente? Pustekuchen! Arbeitnehmer sollen noch länger arbeiten.
Mit 67 Jahren in Rente? Pustekuchen! Arbeitnehmer sollen noch länger arbeiten. photothek/imago

Ob die CDU damit bei den Wählern und Wählerinnen punkten kann? Seit langem streiten die Christdemokraten um Parteichef Friedrich Merz über eine Rentenreform. Und jetzt wird klar, wie weitreichend die aussehen soll: Laut einem 11-seitigen Entwurf der CDU-Fachkommission Soziale Sicherung soll das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Heißt: Ab 2030 sollen alle noch länger arbeiten und künftig noch später in Rente gehen als bisher.

Bislang steigt das Eintrittsalter der gesetzlichen Rente bis 2030 auf 67 Jahre. Doch „sollte die Lebenserwartung wie prognostiziert weiter ansteigen, könnte ab 2030 eine weitere Anhebung der Regelaltersgrenze und der Beitragsjahre des Eckrentners aus Gründen der Generationengerechtigkeit erforderlich werden“, heißt es im Papier.

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Pro gewonnenes Lebensjahr vier Monate länger schuften

Ab 2031 wolle die CDU „die Regelaltersgrenze im Verhältnis eins zu zwei an die Lebenserwartung koppeln.“ Konkret bedeutet das: Ein gewonnenes Lebensjahr solle zu einem Drittel in Arbeit und zu zwei Dritteln im Rentenbezug verbracht werden. Die Regelaltersgrenze erhöht sich damit für jedes gewonnene Lebensjahr um vier Monate.

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Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz – ob sich seine Partei mit den Rentenplänen viele Freunde macht?
Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz – ob sich seine Partei mit den Rentenplänen viele Freunde macht? imago/Eibner

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Doch auch der CDU ist klar, dass bei der Verlängerung der Lebensarbeitszeit „immer mehr Menschen nicht bis zur Regelaltersgrenze“ werden arbeiten können, etwa wegen Krankheit, heißt es im Papier dazu.

Deshalb soll die private Vorsorge eine größere Rolle spielen, in Form eines neuen, staatlich geförderten Standardprodukts, das die Riester-Rente ersetzt. Diese neue private Altersvorsorge soll Pflicht für alle Arbeitnehmer sein, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen.

Außerdem wird eine Betriebsrente für alle Geringverdiener verpflichtend. Sie soll paritätisch finanziert, also zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen werden.

In einer ersten Reaktion kritisierte SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast die Pläne scharf. Sie nannte den Vorschlag unsozial. Noch länger arbeiten bedeute nichts anderes als eine Rentenkürzung, so Mast in der Rheinischen Post. Das mache die SPD nicht mit.