Auf der Suche nach einem Nachfolger von Parteichef Armin Laschet steht die CDU am Scheideweg. dpa/Bernd Thissen

Nach dem Wahlfiasko brütet die CDU über ihren Weg aus der Krise. Sollen die Mitglieder oder die Parteiführung den Nachfolger für Parteichef Armin Laschet bestimmen? Am Samstag kam erst mal die Basis auf der Konferenz der 326 Kreisvorsitzenden der CDU zu Wort. Es gehe „um viel“, schärfte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zum Auftakt den Teilnehmern ein. Es gehe „um die Zukunft der Union und wie wir uns aufstellen“. Und damit auch um die Frage, ob der Merkel-Kurs weiterhin die Oberhand behalten wird oder die CDU umschwenkt.

Mitgliedervotum oder Parteitag bei der Wahl des neuen Parteichefs?

Mehrere Kreisvorsitzende hatten schon vor dem Start der Konferenz ein Mitgliedervotum gefordert. Eine Gruppe ostdeutscher Parteimitglieder entrollte vor dem Tagungshotel ein Transparent mit der Aufschrift „CDU Mitgliederentscheidung jetzt!“

Die Union hatte bei der Bundestagswahl ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. Ihr gescheiterter Kanzlerkandidat Laschet hatte daraufhin Anfang Oktober angekündigt, den CDU-Parteivorsitz abzugeben. Die CDU-Ministerpräsidenten Tobias Hans (Saarland) und Daniel Günther (Schleswig-Holstein) drängen auf eine rasche Wahl des neuen Parteichefs, in ihren Bundesländern stehen Anfang 2022 Wahlen an.

Eine ganze Reihe möglicher Bewerber für Laschets Nachfolge stehen bereit, wie Ex-Fraktionschef Friedrich Merz, Außenpolitiker Norbert Röttgen, Gesundheitsminister Jens Spahn, Fraktionschef Ralph Brinkhaus und Mittelstandschef Carsten Linnemann. Welches Wahlverfahren wem letztlich nutzt, ist ungewiss. Und keiner von ihnen hat bisher offiziell eine Kandidatur erklärt.