Die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Olaf Scholz (SPD) stehen vor der „Triell“-Sendung im Fernsehstudio in Berlin-Adlershof. dpa/Michael Kappeler

RTL und ntv haben am Sonntagabend den Auftakt von drei großen TV-Triellen kurz vor der Bundestagswahl zwischen Olaf Scholz (SPD), Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) gemacht. Jetzt befinden sich die Parteien wirklich in der viel zitierten heißen Wahlkampfphase. Beim Triell  schonen sich die Kanzlerkandidaten Scholz, Laschet und Baerbock nicht. Es werden aber auch Nettigkeiten ausgetauscht.

Einige Eindrücke aus der Sendung:

- STUDIOPOSITION: Die drei Kanzlerkandidaten standen mit den beiden Moderatoren in einem Kreis, alle fünf hatten ein eigenes Stehpult. Baerbock stand zwischen Laschet und Scholz. Moderatorin Pinar Atalay (neben Laschet) und Moderator Peter Kloeppel (neben Scholz) waren nebeneinander positioniert. Die Sender wollten mit der runden Anordnung auch erreichen, dass Kameras verschiedene Positionen auf die Kandidaten einnehmen können.

- DIE ERSTE FRAGE: Atalay stellte die erste Frage an Baerbock: „Warum, meinen Sie, kann Olaf Scholz persönlich nicht Kanzler?“ Dieselbe Frage wurde an Scholz über Laschet gestellt, schließlich kam Laschet zu Baerbock dran. Auf konkrete Antworten auf die Person bezogen ließen sich die Kontrahenten nicht ein.

- DER ERSTE SCHLAGABTAUSCH: Zu einem ersten direkten Zwiegespräch mit Rede-Gegenrede kam es beim ersten Thema Afghanistan nach der rund ersten Viertelstunde: Laschet entgegnete den Ausführungen von Scholz zur Bundeswehr, dann ging es zwischen beiden hin und her. Im weiteren Verlauf gingen auch Laschet und Baerbock mehrmals ins Rededuell.

- THEMEN: Es ging im Triell zuerst um das Thema Afghanistan. Danach folgten Corona und Klimaschutz. Die Runde sprach unter anderem auch über Steuerpolitik, Innere Sicherheit, Rente, das Gendern und mögliche Regierungsbündnisse.

- „WAS NETTES“: Das Moderatorenteam fragte die Drei auch nach Qualitäten der Kontrahenten: „Sagen Sie doch mal was Nettes“. Scholz über Baerbock („eine ganz engagierte Politikerin“), Baerbock über Laschet („rheinländische Frohnatur“), Laschet über Scholz („hat viel Erfahrung“).

- REDEZEIT: Von 20.10 Uhr bis 22.00 Uhr lief das Triell. Dabei wurde die Zeit gemessen, um die Redezeit fair zu verteilen. Gegen Ende lag Baerbock mit minimalem Abstand vorne mit 28:03 Minuten. Laschet kam auf 27:54 Minuten und Scholz auf 27:16 Minuten. Zum Abschluss gab es Ein-Minuten-Statements: Baerbock war die Erste, gefolgt von Scholz, Laschet hatte das Schlusswort.

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