Ein bekannter Neonazi kann offenbar mit den Inhalten von Hans Georg Maaßen eine Menge anfangen und ruft zu seiner Wahl auf. Imago/ari, Screenshot

Dass Hans Georg Maaßen einst Chef des Verfassungsschutzes war und die Menschen in Deutschland unter anderem vor rechtsextremen Verbrechen schützen sollte, klingt mittlerweile nur noch nach einem schlechten Witz. Immer wieder sucht der Direktkandidat der CDU Südthüringen die Nähe zu Rechten und wird dafür auch aus seiner Partei kritisch beäugt. Wie weit rechts Maaßen tatsächlich steht, zeigt nun eine Wahlempfehlung des bekannten Rechtsextremisten Tommy Frenck, der nun für Maaßen wirbt.

Neonazi Tommy Frenck rührt die Werbetrommel für Hans Georg Maaßen

Tommy Frenck ist eine große Nummer in der rechtsextremen Szene Südthüringens. In dem kleinen Ort Kloster Veßra baute der ehemalige Landtagskandidat der NPD ein echtes Zentrum der Rechtsextremen in Thüringen auf.

Seit dem Jahr 2014 besitzt er dort das Lokal „Goldener Löwe“, wo er Schnitzel und Burger am Geburtstag Adolf Hitlers schonmal zum Aktionspreis von 8,88 Euro anbot (88 gilt als Code für „Heil Hitler“) oder aber dem bekannten rechtsextremen Musiker Michael „Lunikoff“ Regener oder der Band „Kategorie C“ eine Bühne bot. 2017 organisierte er zudem im Nachbarort Themar das Festival „Rock gegen Überfremdung“ zu dem mehr als 6000 Neonazis aus ganz Europa einreisten.

Neonazi ruft zur Wahl von Hans Georg Maaßen auf

Und nun ruft dieser Tommy Frenck also zur Wahl von Hans Georg Maaßen auf, wie seiner Website zu entnehmen ist. Dort riet der bekannte Rechtsextremist „nach langer Überlegung und Abwägung“ dazu, die Erststimme Maaßen und die Zweistimme der AfD zu geben.

Katharina König-Preuss, Sprecherin der Linken-Fraktion im Thüringer Landtag für Antifaschismus, deckte diese abermalige Verwischung von Grenzen in den sozialen Netzwerken auf. „Die von Maaßen vertretenen Inhalte sind auch für Nazis wählbar“, warnte sie. Aus der CDU-Spitze gab es wie so oft beim Thema Maaßen keine Stellungnahme.

Hans Georg Maaßen: Parteikollegin würde lieber jemand anderes wählen

Maaßen bläst derweil aber auch Gegenwind aus der Partei ins Gesicht. So sprach sich Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und im Zukunftsteam von Armin Laschet, deutlich gegen Maaßen aus. In der Talkshow von Markus Lanz sagte sie auf die Frage nach der Kandidatur des ehemaligen Verfassungsschutz-Chefs: „Das muss ich hinnehmen, auch wenn ich davon natürlich überhaupt nicht begeistert bin und mich frage, was Herr Maaßen eigentlich in der CDU sucht.“

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Auf die Frage, wen sie wählen würde, antwortete Prien, dass sie „von Leistungssportlern immer wieder fasziniert“ sei. SPD-Kandidat Frank Ullrich ist ehemaliger Bundestrainer der Biathlon-Mannschaft. Maaßen hat im Anschluss einen Rauswurf von Prien gefordert.