Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: imago images

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht viele Familien in der Corona-Krise vor großen Herausforderungen und Problemen. In einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Videobotschaft mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender sprach er von einer für Familien "belastenden Zeit". Die Familien müssten nicht nur den veränderten Alltag bewältigen, sondern dürften auch Angehörige in Pflegeheimen derzeit nicht besuchen.

"Die, die uns besonders brauchen, dürfen wir nicht mehr sehen - die einsame Mutter, den gebrechlichen Vater, die Großeltern", sagte Steinmeier. "Das reißt uns das Herz entzwei." Aber auch hier gelte, Abstand zu halten, um die älteren und kranken Menschen zu schützen.

Lesen Sie in unserem Newsblog alles zur Corona-Krise >>

Büdenbender erinnerte daran, dass gerade in den Städten viele Menschen "allein zu Hause" säßen, getrennt von ihrer Familie. Andere wiederum "verbringen sehr viel mehr Zeit als sonst mit dem Partner, mit der Familie". Dieser neue Alltag "hat es ins sich", sagte Büdenbender und verwies unter anderem auf die schwierige Kinderbetreuung und das Zusammenbringen von Heimarbeit der Eltern und Schulaufgaben der Kinder.

Es dürften vor allem diejenigen nicht vergessen werden, "die diese Krise ganz besonders hart trifft" - die Alleinerziehenden, die Alleinstehenden "oder die Familien, die auf allerengstem Raum zusammenleben und jetzt noch größere Existenzsorgen haben als früher". Kinder und Frauen drohten jetzt viel häufiger Opfer von häuslicher Gewalt zu werden, sagte Büdenbender. Auch wenn viele soziale Einrichtungen geschlossen seien, gebe es aber weiterhin Anlaufstellen für Menschen in Not, etwa Nottelefone und Frauenhäuser.

Bundespräsident Steinmeier hatte sich bereits mehrmals mit Videobotschaften zur Corona-Krise zu Wort gemeldet. Darin stimmte er die Bevölkerung auf weiter schwierige Zeiten ein und lobte zugleich Solidarität und Zusammenhalt. Am Samstag hält Steinmeier eine Fernsehansprache zur Corona-Krise.