Bisher gilt in Restaurants die 2G-Regel. AFP/Ina Fassbender

Bund und Länder planen schärfere Regeln für den Aufenthalt in gastronomischen Betrieben. Das steht in einer Beschlussvorlage für die Schaltkonferenz von Bundeskanzler Olaf Scholz mit den Länderchefinnen und -chefs am Freitag. 

So soll spätestens ab dem 15. Januar bundesweit und inzidenzunabhängig der Zugang zur Gastronomie (Restaurants und Cafés) für Geimpfte und Genesene nur noch mit einem tagesaktuellen Test oder mit dem Nachweis einer Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung) ab dem Tag der Auffrischungsimpfung möglich sein (2G Plus).

An diesen Orten können Masken nicht dauerhaft getragen werden, so dass sich die Omikron-Variante dort besonders leicht überträgt, heißt es in der Vorlage. Die Länder sollen zudem ein besonderes Augenmerk auf Bars und Kneipen legen, in denen aufgrund des direkten Kontaktes und geringen Abstandes das Risiko einer Ansteckung besonders hoch sei.

Personalausfall durch hohe Infektionszahlen befürchtet

„Hohe Infektionszahlen können außerdem zu Ausfällen beim Personal durch Erkrankung und Quarantäne führen“, heißt es es laut AFP-Informationen in der Beschlussvorlage. „Diese können in der bei Omikron erwartbaren Größenordnung dazu führen, dass die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur eingeschränkt wird.“ Dazu gehören neben dem Gesundheitswesen etwa auch Polizei, Feuerwehr oder Energieversorger. Probleme sind aber auch in der Gesamtwirtschaft möglich.

Generell sollen auch deshalb Kontaktpersonen mit Auffrischungsimpfung fortan von der Quarantäne ausgenommen werden. Für die übrigen sollen Isolation bei Infektion oder Quarantäne bei Kontakt mit Infizierten fortan in der Regel nach zehn Tagen enden. Möglich ist aber auch ein „Freitesten“ nach sieben Tagen. Hierbei wird betont, dass damit den „Herausforderungen für die kritische Infrastruktur Rechnung“ getragen werden solle.

Isolation kann nach sieben Tagen durch PCR-Test enden

Bei Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen kann die Isolation nach einer Infektion nach sieben Tagen durch einen PCR-Test beendet werden. Die Betroffenen müssen dabei 48 Stunden zuvor symptomfrei sein. Diese Regelung soll besonders gefährdete Menschen in den Einrichtungen schützen.

Für Schülerinnen und Schüler und Kinder in Betreuungseinrichtungen soll eine Sonderregel gelten. Für sie kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen PCR-Test oder einen Antigen-Schnelltest beendet werden. Ausnahmen von der Quarantäne seien zudem möglich „bei bestehendem hohen Schutzniveau (etwa tägliche Testungen, Maskenpflicht etc.)“.

In der Beschlussvorlage wird zugleich auf die bestehende Verpflichtung zum Arbeiten im Homeoffice hingewiesen. Bund und Länder wollen dazu aufrufen, diese in den kommenden Wochen verstärkt zu nutzen. Darüber hinaus wird das Tragen von FFP2-Masken wegen des höheren Schutzes beim Einkaufen und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr „dringend empfohlen“.

Booster ist bester Immunschutz gegen die Omikron-Variante

Um die Infektionszahlen nicht explodieren zu lassen, wollen Bund und Länder die Impfkampagne „mit Hochdruck“ fortsetzen. Sie verweisen dabei in dem Beschlussentwurf darauf, dass die Auffrischungsimpfung „den besten Immunschutz gegen die Omikron-Variante“ biete.