Boris Johnson sieht kaum noch Chancen für einen Deal mit der EU. Foto: Foto: dpa/AP/Frank Augstein

London - Im Brexit-Streit erwartet der britische Premier Boris Johnson nun einen harten Bruch ohne Vertrag mit der Europäischen Union am 1. Januar. Die EU zeige kein Interesse an einem von Großbritannien gewünschten Freihandelsabkommen wie mit Kanada, sagte Johnson. Er erwarte nun eine Beziehung wie mit Australien – also ohne Vertrag. 

Gleichwohl ließ sich Johnson eine Hintertür offen, doch noch weiter mit der EU über einen Handelspakt zu verhandeln. Dafür müsse die EU allerdings ihre Haltung ändern. „Kommt hierher, kommt zu uns – wenn es fundamentale Änderungen an eurer Position gibt“, sagte er.

Einigung bis zum EU-Gipfel scheiterte

Johnson hatte eigentlich eine Einigung bis zum EU-Gipfel am 15. Oktober verlangt, was nicht gelang. Danach erwog er den Abbruch der Verhandlungen. Eine klare Entscheidung verkündete er nun aber nicht, sondern kündigte die Vorbereitung auf einen Bruch ohne Deal an.

Die EU hatte Johnson hingegen nochmals intensivere Verhandlungen angeboten. Zugleich verlangte der EU-Gipfel aber Zugeständnisse von London, worauf die britische Regierung enttäuscht reagiert hatte.

Bei den Verhandlungen geht es um einen Handelsvertrag ab 2021. Großbritannien hat die EU bereits Ende Januar verlassen, der wirtschaftliche Bruch erfolgt aber erst zum Jahreswechsel. Ohne Vertrag drohen Zölle und hohe Handelshürden.