Bilder wie dieses befeuern die Spekulationen um Putins Gesundheit: Russlands Staatschef mit aufgeschwemmtem Gesicht. dpa/Pool Sputnik Kremlin/Michail Tereschtschenko

Die Spekulationen um den Gesundheitszustand von Russlands Staatschef Putin verdichten sich: Verstörende Bilder und durchgesickerte Details aus dem Kreml deuten auf eine Krebs-Erkrankung des russischen Präsidenten hin. Mehrfach hat Russlands Regierungssprecher Dmitri Peskow entsprechende Pressefragen zurückgewiesen. In einem jüngsten Interview mit einem italienischen TV-Sender äußerte sich Russlands Außenminister Lawrow rätselhaft auf die Frage nach Putins Gesundheitszustand: „Das müssen Sie die Staats- und Regierungschefs fragen, die ihn getroffen haben.“

35-mal soll Putin einen führenden Schilddrüsenkrebs-Spezialisten getroffen haben

Befeuert wurden die Spekulationen durch Recherchen des in Russland gesperrten Investigativportals Projekt. Dieses hatte Daten und Informationen zu einer „Abteilung von Leibärzten“ Putins zusammengetragen. Demnach hat es eine dramatische Zunahme von Untersuchungen von Krebs-Experten an Putin gegeben. So soll der onkologische Chirurg Ewgeni Seliwanow binnen vier Jahren 35-mal zu Putin geflogen sein. Insgesamt habe dieser 166 Tage im Umfeld des russischen Präsidenten verbracht, heißt es. Seliwanow gilt als Spezialist für Schilddrüsen-Krebs. Ein weiterer Hinweis: Im Jahre 2020 soll sich Putin mit Iwan Dedow, Chef des russischen Nationalen Forschungszentrums, über Schilddrüsenkrebs unterhalten haben.

Lesen Sie auch: Premier Boris Johnson im Skandal-Sturm: Abgang am Donnerstag? >>

Für Verwunderung sorgten zuletzt TV-Bilder, in denen Putin mit aufgeschwemmtem Gesicht zu sehen war. Bei Treffen mit ausländischen Staatschefs zeigte sich Putin an einem grotesk langen Konferenztisch – mutmaßlich aus Angst vor einer Corona-Infektion, die bei einer Krebs-Erkrankung tödliche Folgen haben könnte.

Krebs-OP ausgerechnet am Tag des Sieges: Geheimdienst-Mann soll Putin ersetzen

Jetzt berichtet die Daily Mail unter Berufung auf einen Kreml-Insider, Putin solle schon nächste Woche Montag, am 9. Mai, operiert werden. Dieses Datum könnte brisanter nicht sein: Es ist der „Tag des Sieges“, an dem in Moskau traditionell mit einer Militärparade der Triumph über Nazi-Deutschland gefeiert wird. In diesem Jahr sollen die Feierlichkeiten angesichts der Rückschläge im Ukraine-Krieg ohnehin kleiner als üblich ausfallen. Von einem Sieg in der Ukraine steht Russland weit entfernt. Russische Kriegsverbrechen haben dem Land schmerzhafte Sanktionen eingebracht. Und nun eine Krebs-OP des Staatschefs am obersten Feiertag der Nation?

Schlimmer noch: Laut Daily Mail soll bereits ein Interimspräsident bestimmt worden sein, der Putin zumindest bei den Feierlichkeiten vertreten soll! Nikolai Patruschew, früherer Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, gilt als enger Vertrauter Putins. Patruschew soll zunächst für einige Tage die Amtsgeschäfte Putins übernehmen. Doch was, wenn Putin die OP nicht gut übersteht? Die Möglichkeit eines Machtwechsels in Moskau befeuert die Spekulationen, wie es mit dem Ukraine-Krieg ohne Putin weitergehen würde.

Lesen Sie auch: Worte, die trösten: Wie reagiert man richtig, wenn es einem Freund schlecht geht? >>