Brauer warnen: Ende des Jahres könnte ein gezapftes Bier bereits 7,50 Euro kosten.
Brauer warnen: Ende des Jahres könnte ein gezapftes Bier bereits 7,50 Euro kosten. Imago/U. J. Alexander

Dass Lebensmittel und Energie seit Monaten teurer werden, dürfte inzwischen auch bei den gutbetuchtesten Deutschen, die nur selten ins Portemonnaie oder aufs Konto schauen angekommen sein. Immer wieder erwarten uns im Supermarkt oder auf der Abrechnung von Strom- und Gasanbietern böse Überraschungen. Und die könnte es bald auch in der Kneipe geben, das erklärt zumindest Stefan Fritsche, der Vize-Chef des Brauereiverbands Berlin-Brandenburg.

Kostet der halbe Liter Bier bald 7,50 Euro?

Gegenüber der Bild-Zeitung prognostiziert der 56-Jährige, dass der halbe Liter Bier schon Ende des Jahres 7,50 Euro kosten könnte, wenn die Brauereien und Gastronomen ihre Mehrkosten durch Energie- und Rohstoffpreise an die Kunden weitergeben. Das würde nicht nur die Bierliebhaber extrem treffen, sondern auch die Brauereien, weil viele Kunden bei derartigen Preisen nicht mehr mitgehen würden. Die Branche stehe „vor der größten Herausforderung in der deutschen Brau-Geschichte“, mahnte Fritsche.

Seine Lösung: Was der Markt nicht regeln kann, soll die Politik regeln. Der Brauer-Vertreter fordert einen „Bier-Gipfel im Kanzleramt“, bei dem auch die Landwirtschafts- und Wirtschaftsminister aus den Ländern anwesend sein sollten. Schließlich gehe es um nicht weniger, als darum, „ein deutschlandweites Brauereisterben zu verhindern“. Beim Bierbrauen handele es sich schließlich auch um ein Kulturgut, das nicht aussterben dürfe. 

Bierbrauer ächzen unter Preisen und Lieferengpässen

Neben Preiserhöhungen, die vor allem den Energie- aber auch den für Brauer nicht unwichtigen Getreidesektor treffen, leidet die Branche derzeit auch unter Lieferengpässen. Auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, in der der Bierkonsum zurückging, wirken noch nach. Vor allem kleine Brauereien könnten dem Druck nicht mehr lange standhalten. Am Ende würden nur Großbrauereien übrigbleiben, warnen Brauer-Vertreter. 

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Inwieweit Staat und Steuerzahler der Brauereibranche unter die Arme greifen können, ist noch unklar, auch weil es aus der Branche noch keine öffentlich vorgetragenen konkreten Forderungen gibt. Das dürfte sich aber bald ändern.