In Almaty versperrt das Militär Demonstranten den Weg. AFP/Abduaziz Madyarov

Bei den schweren Unruhen im zentralasiatischen Kasachstan sind offiziellen Angaben zufolge 164 Menschen getötet worden. Das berichtete das Staatsfernsehen am Sonntag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Zudem sind laut offiziellen Angaben mehr als 2200 Menschen in den vergangenen Tagen verletzt worden.

Präsident erteilte Schießbefehl

Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte am Freitag einen Schießbefehl gegen Demonstranten erteilt.

Unmut über gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen schlägt seit Tagen in vielerorts friedliche, aber teils auch gewaltsame Proteste gegen die Staatsführung um. Die kasachische Polizei nahm landesweit bereits mehr als 5000 Menschen fest. „In ganz Kasachstan wurden bisher 5135 Menschen festgesetzt“, teilte das Innenministerium der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik in der Hauptstadt Nur-Sultan am Morgen mit.

In Almaty zeichnete sich am Sonntag indes eine leichte Entspannung der Lage ab. Rund 30 Supermärkte öffneten laut Medienberichten wieder. Der Flughafen, der während der Proteste kurzzeitig von Demonstranten besetzt worden war, werde jedoch weiterhin geschlossen bleiben, teilten die Behörden mit.