Islamistischer Terror vertreibt Menschen innerhalb von Burkina Faso. Sie brauchen Arbeit, diese Granitmine ist schon überlaufen, die Löhne sinken. AP/Sophie Garcia

Während Europa auf den Krieg in der Ukraine blickt, richten islamistische Terroristen in Westafrika ein Blutbad nach dem anderen an. Die Zahl der am Wochenende im Binnenstaat Burkina Faso getöteten Menschen liegt offiziellen Angaben zufolge bei mindestens 79. Es seien 29 weitere Leichen nach dem Massaker im Norden des Landes gefunden worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Ouagadougou am Dienstag mit. 50 getötete Einwohner waren bereits bis Montag geborgen worden.

Bewaffnete Gruppen hatten  Zivilisten in der Ortschaft Seytenga angegriffen. Augenzeugen zufolge kamen dabei 100 Einwohner ums Leben. Am vergangenen Donnerstag waren elf Gendarmen in derselben Gegend von Djihadisten getötet worden. Die Armee meldete, sie habe nach deren Angriff 40 Terroristen getötet.

Menschen flüchteten in weit entfernte Gemeinden

Die Regierung geht von einem Racheakt der Terroristen aus und verkündete eine dreitägige Staatstrauer.

Die Einsatzkräfte sollen ihre Suche nach Getöteten weiter fortsetzen, hieß es. Allerdings werde ihre Arbeit durch Sprengfallen behindert, die von den Angreifern in der Umgebung zurückgelassen worden seien. Viele Menschen sind der Regierung zufolge nach dem Angriff in eine 47 Kilometer entfernte Gemeinde geflohen.

Ende Mai waren im Osten des Landes rund 50 Zivilisten getötet worden. Laut einem Armeesprecher stammten die Opfer aus der Madjoari-Region. Sie seien auf dem Weg zu dem Ort Nadiagou gewesen, als die Bewaffneten an einer Brücke das Feuer auf sie eröffnet hätten. Die Armee sei dabei, die Gegend zu sichern. Wenige Tage zuvor waren bei einem ähnlichen Angriff elf Soldaten getötet worden, danach gab es weitere Attacken mit Toten.

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Islamistische Terroristen wüten in mehreren Staaten Westafrikas

Burkina Faso hat rund 21 Millionen Einwohner. Das Land gehört zur Sahelregion. Bewaffnete Gruppen, die zum Teil der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Terrororganisation Al-Kaida die Treue geschworen haben, sind dort und in den benachbarten Ländern Mali und Niger aktiv. Auch langwierige Dürren und Hungersnöte machen dem trotz reicher Goldvorkommen verarmten Land zu schaffen.

Das Portal africanews berichtet, dass seit 2015 rund 2000 Menschen in Burkina Faso dem Terror zum Opfer gefallen sind, zwei Millionen ihre Heimatorte verlassen haben.

Im Januar hatte das Militär gegen den Präsidenten Roch Marc Christian Kaboré geputscht, weil er mit den Terroristen nicht fertig wurde. Seit der Machtübernahme durch die Armee seien aber weitere 300 Soldaten und Zivilisten ums Leben gekommen.