Viele sehnen sich nach Sonne, aber der Preis könnte hoch sein. Foto: AP/John Mateau

Wer sich damit auseinandersetzt, was Professor Dr. Thorsten Lehr prognostiziert, der bekommt es mit der Angst zu tun. Der Wissenschaftler war bei Markus Lanz zu Gast, stellte dort ein Szenario für die Entwicklung der Pandemie vor. Die Nerven liegen blank. Die Menschen, die seit Monaten im Lockdown sind, sind am Ende. Viele Betriebe haben die Grenzen des Machbaren längst überschritten.

Und nun rauschen wir laut Lehr direkt auf einen neuen Lockdown zu. Sicher liegt’s am Impf-Debakel, an fehlenden Strategien. Aber: Viele tragen leider ein Stück dazu bei.

Warum gibt es Menschen, die sofort in den Urlaub fliegen müssen?

Es gibt zum Beispiel Menschen, die trotz Lockerungen die Füße still halten. Damit sie bald wieder in ihre Stammkneipe können. Ins Theater oder ins Kino. Oder weil sie nach einem verkorksten Weihnachten hoffen, Ostern mit der Familie verbringen zu können. Und dann gibt es die, deren erster Weg nach Malle führt.

Ernsthaft? Die Politik hat es erlaubt, aber muss ich sofort in den nächsten Flieger springen? Ganz davon abgesehen, dass man das Geld, anstatt es dort am Strand zu verschleudern, auch in das kleine Restaurant um die Ecke tragen könnte.

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Vielleicht wurden die Lockerungen, wie es Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei Lanz sagte, auch aufgrund des Drucks aus der Bevölkerung beschlossen. Aber doch, damit Kinder in die Schule gehen, Geschäfte öffnen können. Und nicht, damit sich Karl-Heinz bei der ersten Gelegenheit die Kreide-Beine in Spaniens Sonne rösten lassen kann.

Natürlich liegt es nicht an Mallorca, wenn der nächste Lockdown kommt, aber die Reiselust vieler ist ein Sinnbild für das, was falsch läuft. Denn wenn es zu viele gibt, die sich nur für die eigene Freiheit interessieren, wird uns die Krise noch länger begleiten, als wir es sowieso befürchtet haben