Teurer durch Corona: Beispiele für Produkte, deren Preise während der Pandemie deutlich gestiegen sind. imago, dpa

Die Pandemie hat unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt, und das merken viele Menschen auch am Geldbeutel. Produkte wie Mund-Nasen-Schutz haben vor Corona nur bestimmte Berufsgruppen getragen, heute sind sie ein Muss beim Einkauf, in der U-Bahn oder im Wartezimmer. Zwischenzeitlich wurden FFP2-Masken zu Mondpreisen verkauft, da die Nachfrage das Angebot überschritt. Inzwischen sind diese wieder relativ günstig zu kaufen.

Doch andere Produkte haben sich während der Pandemie verteuert, und der Preis bleibt oben. Dies sind Beispiele für Artikel, die sich nachweislich während der Pandemie verteuert haben.

Einmalhandschuhe

Vor der Pandemie nutzte sie medizinisches Personal, im Haushalt fanden sie bei manchen Menschen Verwendung, andere fanden sie verzichtbar. Doch während der Pandemie stieg die Nachfrage, und der Preis schoss in die Höhe: Um satte 500 Prozent stieg der Preis, so der Bundesverband Medizintechnologie – und anders als die Maskenhersteller sehen die Anbieter auch offenbar keinen Grund, die Preise zu senken. Grund sei die weiterhin enorme weltweite Nachfrage, so ein Sprecher.

Impfpass

Ihn gab es vor der Pandemie umsonst oder für Centbeträge. Inzwischen halten Apotheker die Hand auf: Drei Euro kostet das gelbe Heftchen in Berliner Apotheken, im Internet werden derzeit bis zu sechs Euro verlangt. Dabei gibt es den digitalen Impfpass umsonst, und in aller Regel genügt er auch als Nachweis. Wer jedoch in Länder außerhalb der EU reist, kommt um den Papiernachweis nicht herum.

Drucker, Webcams, Grafikkarten

Marktbeobachter haben seit Anfang der Pandemie merkwürdige Preissprünge bei Technikprodukten beobachtet. Ganz besonders auffällig sind Verteuerungen bei bestimmten Druckermodellen von Canon und HP, die sich von rund 100 Euro auf 400 Euro verteuerten. Gründe waren vielfältig. So kam es zu Nachschubproblemen bei Produkten aus Asien, dann arbeiten viele Menschen seit Pandemiebeginn im Homeoffice und brauchten PC-Zubehör wie Webcams und Grafikkarten, die sich ebenfalls verteuerten.

Fitnessgeräte

Erst seit Kurzem sind Fitnesscenter wieder geöffnet, viele Menschen haben sich ihre eigene Muckibude zuhause aufgestellt. Auffällig sind Preissteigerungen bei Crosstrainern und Rudergeräten. 

Gebrauchtwagen

Das Auto ist während der Pandemie zum Fortbewegungsmittel der Wahl für Menschen geworden, die den öffentlichen Nachverkehr meiden wollten. Die Nachfrage nach Neuwagen stockt, doch auf einmal stieg die Nachfrage nach Gebrauchten und damit auch die Preise. Zehn Prozent beträgt die Steigerung bei beliebten Modellen, so Insider. Kurios: Selbst Dieselfahrzeuge haben sich um bis zu sieben Prozent verteuert. Die Gründe liegen nicht nur in der gestiegenen Nachfrage, sondern auch darin, dass weniger Tageszulassungen und Verkäufe aus Firmenflotten auf dem Markt sind.

Friseurbesuch

Hier gibt es kein einheitliches Bild, aber viele Friseure haben während der Corona-Krise ihre Preise erhöht. Einige Salons berechnen nun sogar einen Hygiene-Aufschlag. Gründe liegen in dem erhöhten Aufwand für Hygienemaßnahmen wie Masken und Desinfektionsmittel. Monatelange Schließzeiten im Lockdown waren auch ein Schlag ins Kontor vieler Betriebe. 

Urlaub

Auch hier gibt es kein einheitliches Bild, aber vor allem beim Urlaub in Deutschland hat die gestiegene Nachfrage den bereits bestehenden Teuer-Trend verstärkt. Stichproben in beliebten Touristenorten wie St. Peter-Ording haben Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent ergeben. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) spricht von einer erhöhten Belastung durch Corona-Vorschriften.

Mietwagen

Das Vergleichsportal Check24 hat die Preise für Mietwagen im Sommer 2021 mit denen von 2019 verglichen. Damals gab es einen Kleinwagen auf Ibiza noch für schlappe 20 Euro. Nun lag der Preis bei happigen 70 Euro! Auch in anderen beliebten Touristenorten gab es enorme Preissteigerungen. Als Gründe werden Kapazitätsprobleme genannt. Autovermieter hatten aufgrund ausgebliebener Touristen während der Pandemie ihre Flotten verkleinert, und so war das Angebot knapp, als auf einmal wieder viele Urlauber ein Mietauto brauchten.