Jens Spahn steht dumm da, weil er Entscheidungen nicht verständlich erklärt. Foto: AFP/Odd Andersen

Ein Pressesprecher, fünf Pressereferenten, und noch ein Bataillon Impf-Fachleute im Ministerium: Da wäre es nicht schwer gewesen, wenn der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seinen Plan hätte erläutern lassen, die Bestellungen für den Biontech-Impfstoff zu begrenzen.

Es ist anhand der Erfahrungen keine Raketenwissenschaft darzulegen, wie viele Impfungen pro Tag, Woche oder Monat gesetzt werden können, wie viel Impfstoff vorhanden ist, wie viel jeweils nachkommt, und ob mengenmäßig durch die Begrenzung ein Problem entsteht. 

Dann wäre vielleicht klarer geworden, dass es möglicherweise klug ist, nicht mehr so viel vom einen Stoff zu bestellen, wenn man vom anderen ausreichend hat und Gefahr läuft, die rettende Flüssigkeit wegen des Ablaufs der Haltbarkeit wegkippen zu müssen. Aber noch nicht einmal das Kosten-Argument hat Spahn gezogen, dabei würden Abermillionen Euro gewissermaßen gleich mit im Gully landen.

Spahn hätte mit mehr Klarheit vielleicht verhindern können, dass eine Welle von Kritik über ihm zusammenbricht, und die Ärzte wären weniger vergnatzt gewesen, weil sie wegen des Wechsels von Biontech zu Moderna mehr bürokratischen Aufwand betreiben müssen.

Spahn hat offenbar vergessen, dass Verstehen mit Kommunikation zu tun hat. Seine einsame Entscheidung war schlichtweg dumm.