Trotz aufopferungsvoller Pflegekräfte und massiven Technikeinsatzes: Fast ein Drittel der Covid-19-Patienten der ersten Welle war binnen sechs Monaten tot. dpa/Fabian Strauch

Bedrückend: Von den Patienten, die in der ersten Corona-Welle mit Covid-19 ins Krankenhaus mussten, waren 30 Prozent binnen sechs Monaten tot. Gestorben in der Klinik, nach der Entlassung oder bei einem erneuten Klinikaufenthalt, den 27 Prozent antreten mussten. Von den beatmeten Patienten – das war jeder fünfte – überlebte weniger als die Hälfte die Sechs-Monats-Frist. Das ergab eine Untersuchung durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). 

Ausgewertet wurden die Daten von 8679 AOK-Versicherten, die zwischen 1. Februar und 30. April 2020 wegen Covid-19 stationär behandelt worden waren. Ihr Durchschnittsalter lag bei 69 Jahren. Erscheinungen von Long-Covid wie zum Beispiel andauernde Müdigkeit („Fatigue“) wurden nicht betrachtet.

Von den 6235 Überlebenden der ersten Krankenhausbehandlung mussten 1668 erneut eingeliefert werden, 60 Prozent von ihnen hatten Krankheiten und Komplikationen, die mit Covid-19 in Verbindung stehen. Drei von 100 Patienten starben während des zweiten Klinikaufenthalts.

Über ein Drittel der erneut im Krankenhaus Aufgenommenen hatten mit Covid-19 verbundene schwere Probleme der Atemwege. Knapp 30 Prozent litten an neurologischen Folgen, darunter  Demenz. Dabei ist unklar, ob die Intensivbehandlung mit (künstlichem) Koma oder das Virus den Fortschritt der Krankheit fördert. Knapp 13 Prozent waren erneut an Covid-19 erkrankt.

 Christian Günster, Chef des WIdO-Bereichs Qualitäts- und Versorgungsforschung, zieht eine Schlussfolgerung aus den Daten: „Sie deuten darauf hin, dass bei schweren Verläufen von Covid-19 eine engmaschige Nachsorge durch Haus- und Fachärzte erforderlich ist.“

Frauen hatten übrigens mit einer Todesrate von 27 Prozent binnen sechs Monaten eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Männer, von denen 32 Prozent starben. Die Sterberate stieg mit dem Alter,  dem Gewicht (Body-Mass-Index über 40), bei Blutgerinnungsstörungen und Lebererkrankungen.