Ein ukrainischer Soldat an der Front zu den Separatistengebieten im Osten der Ukraine. Das Land fürchtet einen russischen Angriff. Foto: AP/Andriy Dubchak

An die 175.000 Soldaten soll Russland unweit der Grenze zur Ukraine zusammengezogen haben.  Das Land fürchtet, dass Russlands Präsident Wladimir Putin eine Invasion plant. Eine Befürchtung, die auch in der Nato umgeht. Deshalb wollen sich US-Präsident Joe Biden und Putin am Dienstag um 16 Uhr zu einem Videogespräch zusammenschalten lassen. 

Im Juni hatten sich Wladimir Putin (l.) und Joe Biden in Genf getroffen.  Foto: AP/dpa/Patrick Semansky

Die US-Regierung hatte Moskau mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht, sollte ein Angriff stattfinden. Dann müsse Putin mit „erheblichen wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen sowohl der Europäer als auch der Vereinigten Staaten“ rechnen.  

Der US-Sender CNN berichtete, Washington erwäge Sanktionen gegen Putins Umfeld und den russischen Energiesektor. Eine verheerende Reaktion wäre der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Banken-Zahlungssystem Swift. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, Ziel sei, „auf diplomatischem Wege zu vermitteln, dass dies der richtige Moment für Russland ist, seine militärische Aufrüstung (...) zurückzufahren“.  

Biden sprach sich mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien ab

Biden beriet sich vor dem Videogipfel mit Großbritanniens Premier Boris Johnson, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, Noch-Kanzlerin Angela Merkel und Italiens Regierungschef Mario Draghi. Sie hätten Moskau zur Deeskalation aufgerufen. Gleichfalls am Montagabend tauschten sich die Generalstabschefs der 30 Nato-Staaten zu den russischen Truppenbewegungen aus.

Moskau weist den Vorwurf der Aggression zurück und beschuldigt die Ukraine, mehr als 120.000 Soldaten an die Frontlinie zu den prorussisch beherrschten östlichen Separatistenregionen Donezk und Luhansk verlegt zu haben. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Putin wolle mit Biden über gegenseitige Sicherheitsgarantien sprechen. Er wird verlangen, dass die Nato dem Willen der Ukraine nicht folgt, dem Bündnis beizutreten. Sie hat bereits Kandidatenstatus. Im Gegenzug für schriftliche Garantien, sich nicht auszudehnen, soll Russland bereit sein, der Nato Sicherheiten zu geben. Russland sieht sich von der Nato bedroht und will auch die Aufnahme Georgiens in die Allianz verhindern.