Heizung aufdrehen bis zum Anschlag, damit soll im kommenden Winter Schluss sein.
Heizung aufdrehen bis zum Anschlag, damit soll im kommenden Winter Schluss sein. dpa

Es könnte schon vorbei sein mit dem Gas aus Russland: Der russische Versorger Gazprom hat am Mittwoch in Frage gestellt, ob die Gas-Pipeline Nord Stream 1, durch die zur Zeit kein Gas fließt, überhaupt wieder in Betrieb geht. Begründet wird die Unterbrechung mit einer Turbine, die gerade in Kanada gewartet wurde und nun wieder an den Bestimmungsort zurückgehen soll.

Raumtemperatur könnte EU-weit auf 19 Grad gedrosselt werden

Angesichts drohender Gas-Engpässe werden Vorschläge zum Gas-Sparen in öffentlichen Gebäuden konkreter: Europaweit könnte eine Maximaltemperatur von 19 Grad vorgegeben werden. Derzeit beträgt die Temperatur in den meisten Büros weit über 20 Grad, oftmals 23 oder 24 Grad. Gefährdet eine derart deutliche Absenkung der Temperatur möglicherweise die Gesundheit der Beschäftigten?

Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery hat dazu eine ganz klare Haltung. Die von der EU anvisierte Senkung der Heiztemperatur in Büros auf 19 Grad nennt er gesundheitlich unbedenklich. „Dann bringt man sich halt den Pullover von zuhause mit“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes am Donnerstag der Mediengruppe Bayern. Die Senkung müsse nur rechtzeitig angekündigt werden, damit sich jeder darauf einstellen könne - für die Gesundheit der Beschäftigten bedeute die Temperatursenkung „gar nichts“.

Würdelose Debatte „angesichts der Bedrohung der Menschen in der Ukraine und unserer Erpressbarkeit durch Putin“

Montgomery zeigte Unverständis für die Kritik an den 19-Grad-Plänen der EU-Kommission. „Diese Debatte ist angesichts der Bedrohung der Menschen in der Ukraine und unserer Erpressbarkeit durch Putin einfach würdelos“, sagte er.

Wegen der drohenden Gaslieferstopps durch Russland schlägt die EU-Kommission umfangreiche Energiesparmaßnahmen in ganz Europa vor. Nach dem Entwurf des Gas-Notfallplans der Brüsseler Behörde, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, sollen die Mitgliedstaaten im Winter eine reduzierte Heiztemperatur von 19 Grad in öffentlichen Gebäuden und in Geschäftsgebäuden anordnen können. Für die Zeit von Oktober bis März schlägt die EU-Kommission zudem umfangreiche Gaseinspar-Kampagnen vor.