Der Virologe Christian Drosten dpa/Jörg Carstensen

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält angesichts des sinkenden Impftempos in Deutschland neue Corona-Beschränkungen für möglich. „Wir werden gesamtgesellschaftlich die Zahl der Kontakte wieder einschränken müssen. Das ist ganz klar. Die Infektionslast steigt im Herbst“, sagte der Forscher der Berliner Charité im Deutschlandfunk.

Impfquote viel zu niedrig

Es müsse unbedingt an der Impfquote gearbeitet werden. Die derzeitige Quote von 61 Prozent vollständig Geimpfter reiche überhaupt nicht. „Mit dieser Quote können wir nicht in den Herbst gehen“, sagte Drosten.

Corona-Tests allein seien keine Alternative. Sie seien nur ein Behelfsmittel gewesen, solang es noch keinen Impfstoff gegeben habe. „Jetzt nimmt die Bevölkerung die Impfung nicht an, das ist ein großes Problem.“

Kontaktreduzierung um 30 Prozent im November erforderlich

Der Virologe vermutet auch, dass aufgrund steigender Infektionszahlen im Herbst wieder Kontaktbeschränkungen notwendig werden. „Wir werden gegen Anfang Oktober eine zehnprozentige Kontaktreduktion und gegen Anfang November eine 30-prozentige nochmalige Kontaktreduktion brauchen, angesichts der erwartbaren Lage in den Krankenhäusern“, erklärte er. Man wisse inzwischen auch, dass Geimpfte nach „vier, fünf oder sechs Monaten deutlich den Übertragungsschutz verlieren“.

Für Kinder unter 12 Jahren empfahl er, die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen beizubehalten.

Nach Stand 2. September 2021 haben 65,5 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Impfdosis erhalten, 60,9 Prozent sind vollständig geimpft.