Der Virologe Christian Drosten  dpa/Jörg Carstensen

Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die meisten Geimpften im Herbst vermutlich keine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus benötigen.

Booster-Impfung bei Älteren sinnvoll

Die Schutzwirkung der Corona-Vakzine sei viel besser als beispielsweise die der Influenza-Impfstoffe, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Auch das baldige Aufkommen einer neuen Virusvariante, die gegen die verfügbaren Impfstoffe resistent sei, erwartet er nicht.

Bei älteren Menschen allerdings sowie bei bestimmten Risikopatienten sei eine Auffrischungsimpfung sinnvoll. Nach einem halben Jahr gehe das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter, erklärte er.

Die für die Auffrischung benötigten Dosen sollten nach Drostens Auffassung nicht unbedingt ins Ausland abgegeben werden. Sie zu behalten, sei trotz der internationalen Impfstoff-Knappheit vertretbar. Für die übrige Bevölkerung werde irgendwann vielleicht ein Altersniveau definiert werden, ab dem eine Auffrischungsimpfung sinnvoll werde, führte er aus.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch bekannt gegeben, die gesamte amerikanische Bevölkerung voraussichtlich ab September mit Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus versorgen zu wollen. Vollständig Geimpfte sollten rund acht Monate nach der zweiten Spritze mit den Präparaten von Moderna oder Pfizer/Biontech eine dritte Dosis bekommen, hieß es. Biontech/Pfizer hatten Anfang der Woche erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht.