Kriegsreporter Enno Lenze zu Butscha-Kriegsverbrechen YouTube-Screenshot

Augenzeugen berichten vor laufender Kamera vom Grauen, das sie während der russischen Besatzung und dem anschließenden Abzug von Russlands Truppen aus den Vororten der ukrainischen Hauptstadt Kiew erlebten. Russland, die russische Botschaft und deren Anhänger dementieren das, was Überlebende mit eigenen Augen gesehen haben, finden abwegige Begründungen für Beweise, die von den Gräueltaten von Butscha zeugen.

Leichen mitten auf den Straßen, viele gefesselt oder zufällig getroffen, während sie hinter einem Auto Schutz suchten oder auf dem Fahrrad fuhren. Von einer „Provokation“ spricht die russische Botschaft in Deutschland und plappert damit die Kreml-Propaganda weiter.

Lesen Sie auch: Waren wir jahrelang zu nett zu Putin? Steinmeier gibt Fehler zu, Merkel weist Kritik zurück >>

„Ich habe Tote auf dem Highway liegen sehen“, so der Berliner Kriegsreporter Enno Lenze in der Ukraine

Einer, der vor Ort war, will Moskau diese billigen Ausreden nicht durchgehen lassen. Enno Lenze ist Berliner Journalist und Museumsdirektor von BerlinStory, nun ist er im ukrainischen Kriegsgebiet und berichtet aus Kiew über den Verlauf des Ukraine-Krieges. „Ich habe Tote auf dem Highway liegen sehen“, entgegnet Lenze auf Behauptungen, die in zahlreichen TV-Kanälen gezeigten Bilder seien nur inszeniert.

Und er führt in seinem auf Twitter verbreiteten Video fort: „Zerschossene Autos mit Körpern von Leuten, die offensichtlich dahinter Schutz gesucht haben. Die Wagen wurden aber dennoch durchschlagen und die Leute erwischt. Es gibt aufgeplatzte Körper, zerteilte und verbrannte. Zudem fehlen Gliedmaßen.“

Moskau bestreitet Gräueltaten von Butscha und unterstellt der Ukraine, Bilder inszeniert zu haben

Kollegen hätten ihm ähnliche Erlebnisse mitgeteilt: „Es gibt Leute, die zu Tode geprügelt und in Abwasserrohre gesteckt wurden, gefesselt oder in den Rücken geschossen.“ Diese Gräueltaten an Zivilisten: Laut russischer Seite hätten deren Truppen sie gar nicht verüben können, denn sie seien ja schon abgezogen. Stattdessen behauptet die Kreml-Propaganda sogar, die ukrainische Seite habe sie wohl begangen oder inszeniert.

Lesen Sie auch: Er ermordete Mutter und Tochter aus Habgier: Lebenslang für Ali H. (34) >>

Angesichts solcher Lügen platzt Enno Lenze der Kragen: „Was meint ihr? Dass alle Journalisten sich abends zusammensetzen und sagen ‚Lasst uns mal Kriegsverbrechen ausdenken?‘ Und dann schminken wir hier Leute und schleppen sie 50 Kilometer weit, nur um den Knut und den Willi auf Twitter zu verschaukeln? ... Wie blöd seid ihr denn?“