Ein Mitarbeiter prüft tonnenschwere Rohre für die zukünftige Ostsee-Pipeline. dpa/Jens Büttner

Beim umstrittenen Ostsee-Pipeline-Projekt Nord Stream 2 zeichnet sich eine Einigung zwischen den USA und Deutschland ab. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete, könnte der ausgehandelte Deal bereits im Laufe des Mittwochs verkündet werden.

Sanktionen gegen Russland als Druckmittel

Die US-Regierung habe demnach ihren Widerstand gegen die Pipeline aufgegeben, die unter Umgehung der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland bringen soll. Der Einigung nach werden Sanktionen ergriffen, falls Russland die Pipeline als Druckmittel gegen die Ukraine oder andere osteuropäische Staaten benutzt.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums hatte am Dienstag ebenfalls eine kurz bevorstehende Einigung im Nord-Stream-2-Streit angedeutet. „Die Deutschen haben nützliche Vorschläge gemacht“, sagte er mit Blick auf den Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei US-Präsident Joe Biden in der vergangenen Woche im Weißen Haus.

Fortschritte nach Merkels US-Besuch

Beide Seiten seien dem gemeinsamen Ziel näher gekommen, um „Russland daran zu hindern, Energieströme als Waffe einzusetzen“.

Merkel hatte bei ihrem Besuch in Washington Differenzen mit Präsident Biden eingeräumt. Beide waren sich aber einig, dass die Ukraine ein Transitland für russisches Erdgas bleiben müsse – auch nach der Inbetriebnahme von Nord Stream 2.

Die auch innerhalb der EU umstrittene Ostsee-Pipeline soll russisches Erdgas nach Deutschland transportieren. Kritiker des Projekts befürchten eine stärkere Abhängigkeit Europas von russischem Gas sowie wirtschaftlichen Schaden für die traditionellen Transitländer für russisches Gas, allen voran für die Ukraine.