Linken-Politikerin Janine Wissler  Foto: Arne Dedert/dpa

Bei den Todesdrohungen gegen die hessische Linken-Politikerin Janine Wissler gibt es einem Bericht zufolge eine Verbindung zur Polizei. Die Drohungen seien vermutlich durch Abfragen von einem Dienstcomputer der Polizei vorbereitet worden, berichtete die "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagsausgabe). Demnach wurden im Februar von einem Polizeicomputer in Wiesbaden private Daten der Linken-Fraktionsvorsitzenden im hessischen Landtag abgefragt.

Kurz darauf habe Wissler zwei Schreiben mit Beschimpfungen und Drohungen erhalten, schreib die Zeitung. Diese hätten persönliche Daten enthalten, die nicht öffentlich zugänglich seien.

Das hessische Innenministerium und die Frankfurter Staatsanwaltschaft wollten sich der Zeitung zufolge nicht dazu äußern. Sie verwiesen demnach auf ermittlungstaktische Gründe.

Die beiden Schreiben an Wissler waren laut der Zeitung demnach mit dem Kürzel "NSU 2.0" unterzeichnet. Die Abkürzung steht für den Nationalsozialistischen Untergrund, der zwischen 2000 und 2007 zehn Morde in Deutschland verübt hatte. Inzwischen traf der "FR" zufolge ein weiteres Drohschreiben mit der Unterschrift "NSU 2.0" bei Wissler ein.