Die Benzinpreise in Deutschland sind weiter sehr hoch. Imago/Mis

Diese Nachricht kann nichts weiter als wütend machen: Während die Ölpreise auf dem Weltmarkt massiv fallen und fast wieder auf dem Niveau vor dem russischen Angriff auf die Ukraine sind, zeigen die Tankstellen noch immer Mondpreise an. Die sonst im Gleichschritt laufende Preisentwicklung wurde entkoppelt – und das ist Diebstahl.

Doch von wem geht er aus? Ins Visier sind die Mineralölkonzerne geraten, die aus Rohöl Benzin, Diesel und Co. herstellen und offenbar die sinkenden Preise nicht an die Verbraucher weitergeben. Von Preisabsprachen ist die Rede.

„Tankrabatt“ würde Diebstahl der Ölkonzerne unterstützen

Menschen und Unternehmen, die auf Benzin als Treibstoff angewiesen sind, geraten in finanzielle Schwierigkeiten und wenden sich hilfesuchend an die Bundesregierung. Doch die will den Diebstahl offenbar unterstützen.

Denn der von der FDP ins Spiel gebrachte „Tankrabatt“, der den Bürgern an der Zapfsäule 40 Cent pro Liter einsparen soll, fließt dennoch direkt in die Tasche der Ölkonzerne – während er letztendlich trotzdem von den Bürgern gezahlt werden muss. Denn aus welchen Mitteln will Finanzminister Christian Lindner den vom Tankstellenverband als „hochbürokratisch“ getadelten Rabatt sonst bezahlen, wenn nicht aus Steuergeldern?

„Tankrabatt“? Es gibt bessere Wege

Es treibt einem die ohnmächtige Wut ins Gesicht, dass der Bundesregierung nichts besseres einzufallen scheint, als die Öl-Konzerne beim Diebstahl an Autofahrern und Steuerzahlern zu unterstützen – und dabei auch noch dafür sorgt, dass die Nachfrage für Putins Öl schön hoch bleibt. Dass wir in Zeiten der Klimakrise nicht noch eine Subvention für fossile Brennstoffe brauchen, sei nur nebenbei erwähnt.

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Dabei gäbe es andere Wege: Ein vorübergehendes Tempolimit oder autofreie Sonntage wie in den 1970ern, um die Nachfrage zu senken – oder aber eine harte Hand und strenge Regeln gegen raffgierige Konzerne.