An den Zapfhähnen kennen die Preise derzeit vor allem eine Richtung: nach oben. dpa/Monika Skolimowska

Wird Fahren mit Benzin bald zum Luxus für Superreiche? Der Benzinpreis steigt und steigt, und wie es aussieht, ist das erst der Anfang einer neuen Teuerungswelle. Gerade hat der Spritpreis ein neues Siebenjahreshoch erreicht. Am Sonntag lag er für die Sorte Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt bei 1,569 Euro pro Liter, wie der ADAC am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte. Zuletzt hatte er im Jahr 2014 höher gelegen. Bis Dienstag ging es dann wieder minimal auf 1,566 Euro nach unten – auch dies ist im Wochenvergleich allerdings noch ein Plus.

Der Dieselpreis lag am Dienstag mit 1,398 Euro auf Wochensicht ebenfalls etwas höher. Es war allerdings nur der höchste Wert seit dem 1. August dieses Jahres. Treiber der aktuellen Entwicklung ist nach Auffassung des ADAC vor allem der Ölpreis.

Verbraucherschützer erwartet drastische Preiserhöhung auf zwei Euro

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hält einen Anstieg des Benzinpreises auf zwei Euro pro Liter im Jahr 2022 für „absolut“ möglich. Es gebe einerseits die klimapolitischen Beschlüsse der Bundesregierung, andererseits Effekte am Markt, die sich auf eine Verteuerung der Spritpreise auswirkten, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zur Entlastung der Verbraucher forderte er ein „einkommensunabhängiges Mobilitätsentgelt“.

„Zur Wahrheit gehört dazu: Autofahren mit Verbrennungsmotor wird teurer werden“, sagte Müller. Wer dies verschleiere, nehme die Menschen und die Klimakrise nicht ernst.

Verbraucher kritisieren CSU und fordern sozialen Ausgleich und Öffi-Ausbau auf dem Land

Den CSU-Vorschlag, den Preisanstieg durch eine Anhebung der Pendlerpauschale abzufedern, kritisierte Müller als sozial ungerecht. Die Pendlerpauschale wirke so, „dass sie Verbrauchern mit höherem Einkommen eine wesentlich größere Entlastung gibt“. Dies liege in der Natur des deutschen Einkommenssteuersystems.

Der vzbv schlägt als Alternative vor, unabhängig von ihrem Einkommen allen Menschen in Deutschland ein „Mobilitätsentgelt“ auszuzahlen. Damit würde ein „sozialer Ausgleich“ geschaffen, argumentierte Müller. Er forderte zudem massive Investitionen in Bus und Bahn insbesondere auf dem Land.